Fuldatalerin half Kindern in Slums in Kambodscha

Erinnerungen: Gabriele Hennig in ihrer Wohnung und Fuldatal vor den Fotos ihrer Einsätze mit vernachlässigten Kindern in New York oder auf ihrem Tablet in Kambodscha. Foto: Schräer

Fuldatal. Gabriele Hennig ist eine zurückhaltende Person. Daher macht die überzeugte Christin auch kein Aufhebens um ihr vielfältiges soziales Engagement in verschiedenen Ländern der Welt.

So arbeitete sie mit Flüchtlingen und Immigranten in England, Schweden und Deutschland sowie mit sozial benachteiligten Kindern in New York und Kambodscha.

Zu Kindern, die schon in jungen Jahren Schlimmes erlebt haben, könne sie schnell eine Verbindung aufbauen. Dies liege „vielleicht daran, dass ich Ähnliches erlebt habe“, sagt die 54-Jährige, die nicht verheiratet ist und selbst keine Kinder hat. Sie sei „mit Gewalt aufgewachsen“ und „eher schüchtern“ gewesen. Aus einer Opferhaltung habe auch sie sich befreien müssen.

Dies habe sie auch bei benachteiligten Kindern in den New Yorker Stadtteilen Harlem und der Bronx zu erreichen versucht, sagt Hennig. Ein Ziel: Nein sagen zu können und so einen Teufelskreis zu durchbrechen. Mit der Organisation Metro Ministries International des Pastors Bill Wilson kümmerte sie sich um Sieben- bis Elfjährige, die von ihren drogenabhängigen Eltern vernachlässigt, verprügelt oder auch vergewaltigt wurden (siehe Hintergrund).

Die Metropole an der Ostküste der USA war nicht die erste Auslandsstation von Gabriele Hennig, die in Boppard am Rhein geboren wurde und in Koblenz und Siegen aufwuchs. Schon als Kind habe sie Postkarten aus aller Welt gesammelt. „Ich hatte Fernweg“, sagt sie. Nach Schulabschluss und Ausbildung arbeitete sie als Verkäufern, ehe sie mit 21 Jahren zu Freunden nach England eingeladen wurde.

Die Briten hatten im Irak gearbeitet. Als Christen hatten sie wie ihr deutscher Bekannter dort wegen ihres Glaubens bis zur Ausreise im Gefängnis gesessen. Über diese Kontakte habe sie zum Glauben gefunden, sagt Gabriele Hennig. Einer der britischen Freunde war mit einer Inderin verheiratet. Zu dieser habe gleich eine Herzensverbindung bestanden.

Im folgenden Jahr verbrachte Hennig ihre Urlaubszeit erneut auf der Insel, machte über eine Organisation Missionsarbeit und lernte dabei vor allem Inder und Pakistani kennen. Um später mit der Organisation Missionsarbeit in Indien zu leisten, arbeitete die junge Frau in England mit Asiaten zusammen, lernte Hindus, Sikhs und Moslems sowie deren Glauben kennen.

Statt nach Indien ging Gabriele Hennig zurück nach Deutschland, schulte zur Reiseverkaufsfrau um, verband ihr Reise-Hobby mit ihrem Beruf, arbeitete ab 1992 bei CVJM Reisen in Kassel.

Parallel kümmerte sie sich um Asylbewerber, machte eine Bibelschul-Ausbildung, lernte dabei Missionare aus Schweden kennen. Die Folge: Zwei Jahre lebte sie dort, jobbte, lernte Schwedisch, arbeitete mit Asylbewerbern verschiedener Länder.

In Schweden traf sie den amerikanischen Pastor Bill Wilson. Ein Kontakt, der sie schließlich nach New York führte.

Spaß für Kinder aus Harlem und der Bronx

In New York arbeitete Gabriele Hennig mit der Hilfsorganisation des Pfarrers Bill Wilson in den Stadtteilen Harlem und Bronx. Es ging auch um die christliche Botschaft, in erster Linie aber um die Vermittlung von Werten, sagt Hennig. Die Woche über besuchte sie mit Kollegen aber auch allein Familien in den Slums. Oder sie fuhr mit einem Team und dem klar erkennbaren Transporter der Organisation in die Bezirke, um mit Kinder zu spielen. Und dies umgeben von Kriminalität, Drogen, Gewalt und Rassismus und Hass zwischen Latinos und Farbigen.

An den Wochenenden gab es Aktionen für Kinder von sieben bis elf Jahren in der Veranstaltungshalle der Organisation, Motto: „Eine Stunde Spaß“. Bis zu 5000 Kinder holte man von 6 bis 19.30 Uhr aus ihren Straße ab und brachte sie hinterher wieder zurück.

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