Großer Sanierungsbedarf auf Grundstück des ehemaligen Pelzveredlers Petzold

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Hauptproduktionsgebäude. Noch heute steht das dreistöckige Werksgebäude der ehemaligen Firma Petzold auf den rund 8000 Quadratmeter großen Areal, das derzeit von der Firma Hessische Industriemüll GmbH dekontaminiert wird. Das Gebäude ist einsturzgefährdet und wurde unter Denkmalschutz gestellt.  

Fuldatal. Eine Pressemeldung des Landkreises Kassel rückte jetzt noch einmal das Problem der ehemaligen Fuldataler Pelzveredlungsfirma Petzold in den Focus der Öffentlichkeit.

Seit Jahren saniert die Hessische Industriemüll GmbH im Auftrag des Kasseler Regierungspräsidenten die Überbleibsel der in Insolvenz gegangenen Firma. Obwohl das Areal mit giftigem Schwermetall belastet ist und Gebäude massiv einsturzgefährdet sind, betreten immer wieder unberechtigte Personen das Gelände. Jetzt handelte der Landkreis und erließ ein Betretungsverbot.

„Bis 1986 gab es im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen die Pelzveredelungsfirma Petzold. Ein Unternehmen, das durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges die Produktion des Leipziger Werkes aufgeben musste und sich 1946 auf dem ehemaligen Gelände des früheren Wehrkreis-Sanitätsparks ansiedelte“, berichtet Klaus Rösch“, Vorsitzender des Freundeskreises Ihringshausen. Der Verein hat sich ausführlich mit der Geschichte der Firma Petzold auseinandergesetzt und auch ein Buch darüber veröffentlicht.

Damals wurden Pelze aus aller Welt angeliefert und in Fuldatal unter zum Teil großer Geruchsbelästigung weiterverarbeitet. Die Gerbsäuren, die bei der Pelzveredelung anfielen, wurden in eine werkseigene Kläranlage geleitet, die zum damaligen Zeitpunkt wohl auch dem neuesten Stand entsprach. Trotzdem gilt das ehemalige Werksgelände, in dem zu besten Zeiten bis zu 400 Beschäftigte Arbeit fanden, als stark belastet. Seit der Insolvenz des Betriebes 1986 liegt das rund 8000 Quadratmeter große Areal brach und ein Großteil des ehemaligen Firmengeländes ist kontaminiert. Seit Jahrzehnten saniert die Hessische Industriemüll GmbH im Auftrag des Kasseler Regierungspräsidiums das herrenlose und verseuchte Areal mit Millionenaufwand. Dabei wird unter anderem Luft in den Boden geblasen und ähnlich wie bei einem Staubsauger wieder abegaugt.„Zwischenzeitlich wurde das dreistöckige ehemalige Produktionsgebäude unter Denkmalschutz gestellt, was eine künftige Nutzung zusätzlich erschwert“, erklärt Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber.

Da die Verkehrssicherungspflicht beim Kreisbauamt liegt, ist man hier jetzt aktiv geworden und hat das Betreten des Geländes und der restlichen Gebäude unter Strafe gestellt.

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