Ihringshäuser Benjamin Klein (12) spielt die Hauptrolle im Musical „Die Schatzinsel" in Fulda

Unterstützt ihren Sohn: Sabina Klein mit Benjamin im Garten ihrer Wohnung in Ihringshausen. Foto: Dittrich

Fuldatal/Fulda. Es ist ein Höhepunkt seines jungen Lebens, da ist sich Benjamin Klein sicher. Der Zwölfjährige aus Ihringshausen spielt im Musical „Die Schatzinsel" die Kinderhauptrolle - und zwar doppelt, da die Geschichte in zwei verschiedenen Zeiten spielt.

Er spielt Lloyd, den Stiefsohn des Schriftstellers, aus dessen Feder der Roman „Die Schatzinsel“ stammt und Jim, den Piratenjungen in der Fantasieerzählung.

Benjamin Klein setzte sich bei einem Casting im März gegen 17 Mitbewerber für die Rolle durch. In „Die Schatzinsel“ steht er in den zweieinhalb Stunden beinahe in jeder Szene auf der Bühne des Schlosstheaters in Fulda, tanzt, singt und spielt. Vor jeder Aufführung sei er aufgeregt, Lampenfieber will er es nicht nennen: „Das gehört dazu, man braucht ja die volle Konzentration.“ Alle Rollen sind mehrfach besetzt, sodass Benjamin Klein bei einem Drittel der insgesamt 36 Aufführungen die Kinderhauptrolle spielt. „Ich finde das klasse“, sagt er mit großen Augen und lacht dabei. Es ist für ihn die erste Hauptrolle, große Bühnen kennt er allerdings schon: Zuletzt war er im Staatstheater beim Stück „Sound of Music“ in einer Nebenrolle zu sehen.

Der Wochenkalender von Benjamin Klein ist schon ohne Musicalproben gut gefüllt: In den Cantamus-Chor des Staatstheaters trat er mit acht Jahren ein, mit fünf begann er zu tanzen. Er spielt Horn und Klavier, versucht für alles regelmäßig zu üben. „Aber während der Proben hat das nicht so geklappt“, sagt der Ihringshäuser. Und er fürchtet um seine Stimme in der Pubertät: „Am liebsten würde ich gar nicht in den Stimmbruch kommen“, sagt er.

Und außerdem ist da ja noch die Schule: Benjamin Klein geht auf das Engelsburg-Gymnasium, im Sommer kommt er in die siebte Klasse. Auf die Schulstunden oben drauf kommen die Proben - allein in der letzten Woche drei Tage am Stück. Dafür wurde er ausnahmsweise vom Unterricht befreit. „Da müssen wir jetzt in den Ferien auch ein bisschen was nachholen“, meint seine Mutter Sabina Klein. Da verzieht der Junge ein bisschen das Gesicht - er steht lieber auf der Bühne.

Trotzdem stehen seine Eltern hinter ihrem jüngsten Sohn, versichert die Mutter: „Er nimmt es nicht für selbstverständlich und ist dankbar dafür“, lobt sie ihn. Für die Proben fuhren die beiden regelmäßig nach Fulda, hin und zurück über eine Stunde Fahrt. Es verlange ihr viel ab, sagt die Mutter, „aber es macht mein Kind glücklich.“

Auch seine sechs Geschwister - alle bereits erwachsen - freuen sich für ihren kleinen Bruder. Zur nächsten Aufführung am Sonntag wollen sie alle in die Heimat kommen und ihn auf der Bühne sehen.

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