Große Ehre für Familie in Fuldatal

Joachim Gauck ist jetzt Patenonkel für eine Familie in Fuldatal

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Besondere Ehre: Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (links) und Birgit Schöler (Mitte), Leiterin der Kindertagesstätte Kunterbunt in Wilhelmshausen, überbrachten Oliver und Jasmin Flöther (rechts) sowie den sechs Geschwistern von Tarje Daan (auf dem Schoß des Bürgermeisters) die Glückwünsche zur Patenschaft durch den Bundespräsidenten.

Fuldatal. Wenn Tarje Daan Flöther aus Fuldatal sprechen kann, wird er seinen Spielkameraden voller Stolz erzählen, wer sein berühmter Patenonkel ist.

Dass Joachim Gauck – der mit einem Großen Zapfenstreich im Schloss Bellevue aus dem Amt des Bundespräsidenten verabschiedet wurde – die Ehrenpatenschaft für den zehn Monate alten Wonneproppen aus Wilhelmshausen übernommen hat, wird vermutlich für Verwunderung bei Tarjes Freunden im Sandkasten, später auf dem Schulhof und irgendwann in seinem Kollegenkreis sorgen.

Noch kann Tarje Daan Flöther die Urkunde nicht lesen, die ihm jetzt gemeinsam mit einem Autogramm seines Patenonkels und einem Patengeschenk in Höhe von 500 Euro in der Kindertagesstätte Kunterbunt in Wilhelmshausen überreicht wurde. Sie wird ihm jedoch als Beleg für eine der letzten Ehrenpatenschaften dienen, die Joachim Gauck in seiner Amtszeit unterzeichnet hat.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn Joachim Gauck seinen Patensohn irgendwann persönlich besuchen würde, um vielleicht in seinem Ruhestand mal auf ihn aufzupassen. Genug Zeit müsste er dann ja haben“, scherzte Oliver Flöther, der die symbolische Patenschaft für Tarje Daan gemeinsam mit seiner Frau Jasmin über das Bundesverwaltungsamt beantragt hat. „Wir hatten gehört, dass der Bundespräsident eine Patenschaft ab dem siebten Kind übernimmt – und das ist unser Tarje“, sagt der Vater von Hanna (11), Kyell (7), Arijen (6), Ylvie (5), Linara (3), Rune (2) und dem im Mai 2016 geborenen Tarje mit Stolz.

Das ist die Urkunde mit der Unterschrift von Joachim Gauck.

Während die beiden ältesten Kinder bereits zur Schule gehen, besuchen ihre jüngeren Geschwister – bis auf Tarje – die Kindertagesstätte unter der Leitung von Birgit Schöler, wo Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber der neunköpfigen Familie die Patenschaftsdokumente und seine Glückwünsche überbrachte. „Ich freue mich über kinderreiche Familien in unserer Gemeinde. Mit mehreren Geschwistern aufzuwachsen, ist vor allem für die Kinder selbst schön, weil sie dadurch zum Beispiel eine hohe Sozialkompetenz entwickeln können.“ Dies sei zwar auch in einer Kita möglich, erfahre unter Geschwistern jedoch eine besondere Bedeutung, sagte Schreiber. Das bestätigte auch Oliver Flöther. „Unsere Kinder können sich nicht über zu wenige Spielkameraden beklagen, bei uns wird es nie langweilig“, ergänzte der Papa.

Joachim Gauck ist Pate von 2711 Kindern

Die Ehrenpatenschaft hat laut Bundesverwaltungsamt in erster Linie symbolischen Charakter. Sie sei daher nicht mit einer Taufpatenschaft zu vergleichen. Mit ihr soll seit 1949 die besondere Bedeutung von Familien und Kindern für das Gemeinwesen herausgestellt werden, so die Sprecherin. Zudem soll auf die Probleme kinderreicher Familien aufmerksam gemacht werden – wie zum Beispiel angemessener Wohnraum zu finden. Verpflichtungen für den Paten könnten aus der Ehrenpatenschaft hingegen nicht hergeleitet werden: Eine besondere Fürsorge seitens des Bundespräsidenten wäre bei fast 80.000 Patenkindern nicht möglich. Allein Joachim Gauck habe während seiner Amtszeit 2711 Ehrenpatenschaften unterzeichnet. Aus praktischen Erwägungen nehme sich der jeweils amtierende Bundespräsident der Anliegen aller Patenschaftskinder und deren Familien an, dazu zählten Probleme bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche und zum Beispiel der Kinderbetreuung. Die Hilfe des Bundespräsidenten erfolge hier meist durch eine Vermittlung zwischen den zuständigen Stellen und kinderreichen Familien.

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