22 Neuanmeldungen

Kindertagesstätte in Rothwesten wird erweitert

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Neuer Gruppenraum: In der Kita Hummelnest in Rothwesten entsteht gerade die Giraffengruppe. Unser Bild zeigt Kita-Leiterin Sabine Schaub (von links) mit den Gemeindemitarbeitern Armin Mantel und Thomas Lippold.

Fuldatal. Die Gemeinde Fuldatal hat zum 1. September eine dritte Gruppe im Kindergarten Hummelnest in Rothwesten eingerichtet.

Grund: Für das laufende Kindergartenjahr gibt es 22 Neuanmeldungen in dem Fuldataler Ortsteil.

Derzeit besuchen 38 Kinder die Ganztagseinrichtung. Das teilte Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) mit.

Die vielen Anmeldungen begründet Schreiber unter anderem mit dem Eigentümerwechsel bei Bestandsimmobilien sowie der Aufwertung der ehemaligen Offizierswohnungen in der Erlenbuschsiedlung.

Die „Verjüngung des Ortes“ ist zwar eine positive Entwicklung, stellt die Schutzschirmgemeinde aber auch vor finanzielle Herausforderungen: „Bund und Länder haben tolle Ideen, vergessen aber, dass das auch bezahlt werden muss“, kommentierte der Verwaltungschef. Problematisch sei, dass Eltern einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung haben, gleichzeitig aber frei wählen können, wo sie ihre Kinder unterbringen.

So würden viele Holzhäuser ihre Kinder aufgrund der geografischen Nähe lieber in Rothwesten anstatt in Immenhausen unterbringen. Nachdem die Kita in Holzhausen im September 2009 ausgebrannt war, hatte sich die Stadt für eine Zentralisierung der Kitas und gegen einen Neubau in Holzhausen entschlossen. Aktuell investiert Immenhausen 2,9 Millionen Euro in den Kita-Neubau am Kirchweg - auch um dem Rechtsanspruch entsprechend genügend Betreuungsplätze vorzuhalten.

Ein Neubau kommt für Schreiber auch im Hinblick auf den demografischen Wandel nicht infrage: „In ein paar Jahren brauchen wir keine weiteren Kitas, ein neues Gebäude zu bauen, ist nicht zu verantworten.“ Im Rothwestener Hummelnest muss deshalb der vor einem Jahr geschaffene Mehrzweckraum der neuen Giraffengruppe weichen. Die Umbaukosten sind mit 8500 Euro überschaubar. Der Löwenanteil sind die Personalkosten. „Wir müssen drei Erzieher für rund 160 000 Euro pro Jahr einstellen.“ Über die Elternbeiträge würde die Gemeinde aber nur geschätzte 55 000 Euro einnehmen. „Wir legen also schlappe 100 000 Euro im Jahr drauf.“ Hinzu käme noch die Tariferhöhung für die Erzieher, die die Gemeinde noch mal grob geschätzt 250 000 Euro kostet.

Die Krux: Fuldatal darf im kommenden Haushaltsjahr nur 400 000 Euro Schulden machen. Der Kita-Ausbau und die Tariferhöhung kosten die Gemeinde aber weitere 400 000 Euro, die jetzt an einer anderen Stelle über Steuern und Gebühren eingespart werden müssen.

Konkret bedeutet das für die Fuldataler, dass die Grundsteuer-Hebesätze ab 2016 von 425 auf 500 Prozent angehoben werden müssen. Das spült etwa 280 000 Euro in die Kasse. Eigentlich wollte die Gemeinde die Grundsteuererhöhung vermeiden. „Jetzt brauchen wir diese Erhöhung aber zwingend und wir sind nicht sicher, ob das reicht.“

Das zahlt die Gemeinde

Die Gemeinde beschäftigt 160 Mitarbeiter, davon 60 im Kita-Bereich. Im vergangenen Haushaltsjahr hat die Gemeinde 2,6 Millionen Euro für fünf Kindertagesstätten, eine Krippengruppe und einen Kinderhort ausgegeben. Das Gesamthaushaltsvolumen in Fuldatal beträgt 21,3 Millionen Euro. Aktuell werden 333 Kinder in den Kitas betreut. Fuldatal bezuschusst die Kinderbetreuung monatlich mit knapp 500 Euro pro Ganztagsplatz (7 bis 16.30 Uhr). Eltern zahlen für die Betreuung eines Kindes 200 Euro, das sind 28 Prozent der Kosten.

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