Deutsche Bahn nennt keinen Grund

Kragenhöfer Brücke: Bauarbeiten gehen nicht voran

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Die Bauarbeiten stehen still: An der Kragenhöfer Brücke ist derzeit kein Vorankommen der Sanierung erkennbar. Die Grafik zeigt den Zustand der Eisenbahnbrücken. Einige sind so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen, da eine Reparatur zu teuer wäre. 

Fuldatal / Staufenberg. Die Straße ist nur einspurig befahrbar, eine Ampel regelt den Verkehr: Die Kragenhöfer Brücke wird seit einigen Wochen saniert. Zumindest suggerieren das Warnbaken auf der Straße und ein Gerüst an einem Stützpfeiler, tatsächlich aber stehen die Bauarbeiten seit einigen Tagen still.

Der Grund für die Unterbrechung ist derzeit unklar, die Deutsche Bahn als zuständiger Bauherr schaffte es gestern nicht, auf eine Anfrage der HNA eine Antwort zu liefern.

Die Kragenhöfer Brücke ist nicht die einzige, die aufgrund von Schäden saniert werden muss. Im gesamten Altkreis sind 20 Brücken stark beschädigt, die gleiche Anzahl muss im Stadtgebiet Kassel erneuert werden, drei von ihnen sind gar irreparabel. Das geht aus einer Begutachtung der Deutschen Bahn hervor (wir berichteten). Im Altkreis sind vor allem die Bahnbrücken in Vellmar, Ahnatal, Ihringshausen und Guntershausen betroffen, die wurden allerdings nicht in die höchste Schadenskategorie eingestuft.

Die Kragenhöfer Brücke überspannt die Fulda zwischen Spiekershausen und Ihringshausen auf einer Länge von 120 Metern. Sie geht auf die Pionierzeit des Eisenbahnverkehrs im 19. Jahrhundert zurück, im September 1856 wurde sie als Teil der Eisenbahnlinie Kassel – Hann. Münden eröffnet. Damals bestand sie aus einem Steinmauerwerk, die ursprüngliche Bauart war eine gewölbte Brücke mit fünf Öffnungen.

Zum Ende des 2. Weltkriegs (1939 bis 1945) wurde die Brücke im April 1945 von deutschen Soldaten gesprengt, von den Amerikanern wurde deshalb eine stählerne Behelfsbrücke errichtet. Nach zwei Jahren hatte diese ausgedient: Die Kragenhöfer Brücke wurde als stählerne Fachwerkbrücke wiedererrichtet, nur die alten Widerlager aus Sandstein wurden mit eingebaut. Seit 1986 wird die Brücke nur noch von Güterzügen und dem Regionalverkehr der Bahn befahren. Die ICE-Züge nutzen eine nur wenige Meter südlich gelegene Brücke, die im Zuge des Baus der ICE-Strecke Hannover-Würzburg errichtet wurde.

Von Constanze Wüstefeld

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