Landkreis baut Haus für die Betreuung von Grundschülern in Ihringshausen

Hort in Containern: In dem gemieteten Bau (hinten) werden Grundschüler in Ihringshausen voraussichtlich noch bis Ende 2015 betreut. Foto: Schräer

Fuldatal. Das Konzept bleibt erhalten, nur die Grundlage hat sich geändert. In Ihringshausen soll weiterhin ein Neubau für die Betreuung von Grundschülern errichtet werden. Nur wird diesen nicht mehr die Gemeinde bauen, sondern der Landkreis Kassel.

Dies bestätigen Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) und Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage übereinstimmend.

Die Pläne, die vor gut einem Jahr in der Gemeindevertretung vorgestellt worden waren, sehen ein eingeschossiges Gebäude mit 581 Quadratmetern Fläche für vier Gruppen mit 100 Plätzen vor. Das Haus, das der Kaufunger Architekt Joachim Döring entwarf, soll auf einem Grundstück in direkter Nachbarschaft zur Grundschule entstehen. Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro.

Dass die Verantwortung für den Neubau auf den Landkreis übergehe, mache Sinn, sagt Kühlborn. Denn mit dem neuen Konzept soll der klassische Hort Geschichte sein. Er geht in einer erweiterten Grundschulbetreuung auf. Und da ist der Landkreis als Schulträger federführend.

So wird der Kreis - Kreistagsbeschluss vorausgesetzt - voraussichtlich noch in diesem Jahr das Grundstück aus Privatbesitz erwerben, um darauf das Haus für die Kinderbetreuung zu bauen. So sei man bereits in Baunatal an der Theodor-Heuss-Schule verfahren, „wo wir auf dem Grundstück gebaut haben und die Stadt einen Anteil gezahlt hat“, sagt Kühlborn. Oder auch in Lohfelden, wo der Landkreis die Grundschule sanierte und den Hort ausbaute. Bei Letzterem habe sich die Gemeinde Lohfelden mit 700.000 Euro an den Kosten beteiligt, sagt der Kreissprecher.

Diese Herangehensweise, die nun auch in Ihringshausen praktiziert werden soll, sei auch aus pädagogischer Sicht gut, da man die Betreuung von Schule und Hort zusammenlegen könne. Und es entfällt jene geplante Regelung, dass der Kreis das Gebäude von der Gemeinde gegen einen finanziellen Ausgleich übernimmt, sollte die Grundschule zu einer Ganztagsschule werden.

An den Kosten für den Neubau soll sich die Gemeinde Fuldatal mit 50 Prozent beteiligen. Nach der alten Regelung hätte die Kommune 70 Prozent aufbringen müssen, sagt der Bürgermeister. Indem sich die Federführung für das Projekt ändert, verzögert sich die Fertigstellung des Neubaus vermutlich. Die Gemeinde plante, den neuen Hort zum Sommer 2015 in Betrieb zu nehmen.

Jetzt müsste der Containerbau, in dem die Hortkinder seit Sommer 2011 betreut werden, voraussichtlich bis Ende 2015 gemietet werden, schätzt Schreiber. Die monatliche Miete von 3100 Euro teilen sich Landkreis und Gemeinde zu gleichen Teilen.

Von Michael Schräer

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