Legionellen: Sporthalle in Ihringshausen seit 2013 ohne Duschen

Gesperrt: Matthias Wyss vom Landkreises Kassel in einem der beiden Sanitärräume der Sporthalle an der Grundschule in Ihringshausen. Die Armaturen sind nach einem Legionellenbefund abmontiert. Fotos: Schräer

Fuldatal. Sport treiben ja, duschen nein. Nach körperlicher Betätigung müssen Nutzer der Halle an der Grundschule Ihringshausen darauf verzichten, den Schweiß unter fließend warmem Wasser abzuwaschen - und das seit geraumer Zeit.

Mancher Freizeitsportler fragt sich inzwischen, wann dieser Zustand endlich beendet wird, der in den Sanitärräumen der Halle bereits seit Mai 2013 herrscht?

Eigentlich sollte die erforderliche Sanierung der Duschen bereits 2014 erfolgen, sagt Matthias Wyss vom technischen Gebäudemanagements des Landkreises Kassel, dem die Sporthalle gehört. Jetzt geht Wyss davon aus, dass die beiden Duschräume ab Herbst dieses Jahres wieder funktionsfähig sind.

Aber der Reihe nach. Im Frühjahr 2013 waren bei einer der regelmäßig erfolgten Untersuchungen des Trinkwassers in der Halle gesundheitsgefährdende Legionellen festgestellt worden. „Wir haben daraufhin die Duschen gesperrt und zur Sicherheit die Armaturen abmontiert“, sagt Wyss. Dies sei mit den betroffenen Vereinen seinerzeit auch besprochen worden.

In den Duschen gab es keine Mischbatterien, mit denen der Nutzer die Wassertemperatur regulieren konnte. Es gab lediglich die Möglichkeit, das Wasser an- und wieder abzustellen, das zum Duschen mit einer konstanten Temperatur von 38 Grad Celsius abgegeben wurde. Auf diesen Wärmegrad wurde das Wasser in einem Zentralmischer in der Halle gebracht und von dort über lange Leitungen transportiert. Die Heizung befindet sich in der benachbarten Grundschule.

Dies sei 1980, als die Halle gebaut wurde, Stand der Technik gewesen, sagt der Fachmann des Landkreises. Das Verfahren wurde aus Gründen des Verbraucherschutzes gewählt, um Verbrühungen durch heißes Wasser zu verhindern.

„Das System über einen Zentralmischer funktioniert, wenn viel Wasser abgenommen wird und es nicht in den Leitungen steht“, sagt Wyss. In der Ihringshäuser Halle war dies nicht der Fall. Grundschüler duschen nach dem Sportunterricht nicht, die Jüngsten von TSV, HSG und JSG, die nachmittags laut Hallenplan trainieren, ebenso wenig wie wahrscheinlich auch die DRK-Senioren am Abend. In 38 Grad warmem Wasser, das dadurch in den Leitungen stand, fühlten sich Legionellen besonders wohl und vermehrten sich.

Jetzt soll das System umgestellt werden. Dazu werden drei Leitungen verlegt, eine für kaltes und eine für warmes Wasser sowie eine, in der das warme Wasser zur Heizung zurückläuft. Dadurch zirkuliert dieses Wasser, um ständig auf 60 Grad erhitzt zu werden und dadurch Legionellen zu verhindern.

Die Arbeiten, die mit 80 000 Euro kalkuliert sind, waren 2014 aus Einsparungsgründen gestrichen worden. In diesem Jahr steht die Summe erneut im Haushalt des Landkreises. „Wir warten jetzt nur noch auf die Genehmigung durch das Regierungspräsidium“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Von Michael Schräer

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