Fuldatal: 34-Jährigem das Leben gerettet

Mutige Ersthelfer: Wie zwei Männer einen Mann aus dem brennenden Auto zogen

Am Unfallort: Dank des beherzten Eingreifens von Moritz Bunnemann und Wilfried Nückel kam der 34-jährige Fahrer dieses Wagens am 15. Dezember mit dem Leben davon. Das kleine Foto zeigt den brennenden Wagen. Da war der Fahrer bereits in Sicherheit. Fotos: Polizei/nh / Bunnemann/nh

Fuldatal. Als Wilfried Nückel (61) und sein Sohn Moritz Bunnemann (26) am Abend des 15. Dezember von Kassel nach Wahlsburg fuhren, ahnten sie nicht, dass sie wenig später einem 34-Jährigen das Leben retten würden. Es ist eine dramatische Geschichte, die sie nun erzählen.

"Wir waren auf der Landesstraße zwischen Rothwesten und Holzhausen unterwegs, als rechts am Straßenrand mehrere Personen auftauchten, die später den Unfallort verließen“, berichtet der junge Helfer. Außerdem hätten die entgegenkommenden Autos Lichthupe gemacht.

Dann ging alles ganz schnell. In der Dunkelheit tauchte ein Auto auf, das augenscheinlich vor einen Baum gefahren war. Ohne darüber nachzudenken, rannte Moritz Bunnemann zu dem qualmenden Autowrack.

Wilfried Nückel zog den Verletzten aus dem Auto. Fotos: pth

Ihm sei in diesem Moment überhaupt nicht bewusst gewesen, dass er der erste Helfer war, der nach dem Verunglückten sah, erklärt der 26-Jährige. „Ich fragte ihn, ob alles in Ordnung sei“, berichtet er. Der Mann in dem Unfallwagen erklärte, was passiert war. Außerdem habe er über starke Schmerzen im Unterleib geklagt, so Vater und Sohn.

Während der Sohn um 19.02 Uhr besonnen den Notruf absetzte und alles Organisatorische regelte, handelte der Vater ohne zu überlegen. „Ich sah, wie es aus dem Motorraum qualmte, und wusste, dass ich den Mann aus dem Auto ziehen musste“, erklärt Nückel. Der Verletzte wollte dies aufgrund seiner Schmerzen nicht. Der Helfer setzte aber sich darüber hinweg, zog den 34-Jährigen auf die Straße und wurde so zum Lebensretter. Kurz danach stand der Wagen in Flammen.

Moritz Bunnemann regelte alles Organisatorische.

„Ich habe nichts gedacht. Es war mir nicht bewusst, dass die Situation lebensbedrohlich war“, sagt Nückel. Er sei die ganze Zeit völlig ruhig gewesen und habe nur Angst gehabt, dass ein anderes Fahrzeug über den Verletzten fahren würde, betont er. „Ich versuchte, das Feuer zu löschen“, sagt Moritz Bunnemann. Leider ohne Erfolg.

Doch dann kam aus Richtung Holzhausen ein Linienbus. „Der musste einen Feuerlöscher dabeihaben“, habe er vermutet. Aufgrund des hohen Tempos war dem jungen Mann schnell klar, dass der Bus nicht anhalten würde. Auch als er mit dem Warndreieck gegen die Fensterscheibe des abbremsenden Busses schlug, reagierte der Fahrer nicht. Erst als sich Bunnemann dem Bus in den Weg stellte, hielt dieser an, öffnete aber nicht die Tür. Auf Bunnemanns Frage, ob der Fahrer einen Feuerlöscher habe, hätte dieser durch die Scheibe geschrien: „Ich habe keinen Feuerlöscher“, und sei einfach weitergefahren. Glücklicherweise ging für den 34-jährigen Verletzten - dank seiner Lebensretter - alles gut aus. Zehn Minuten später kam die Feuerwehr und löschte den Brand. Der Verletzte kam in ein Krankenhaus.

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