Pächter hört im März auf

Nach Ärger um Parkverbot: Dorfladen in Fuldatal steht vor dem Aus

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Seit Mitte Dezember Parkverbot: Der Ärger um das eingeschränkte Halteverbot hat unter anderem dafür gesorgt, dass Noch-Pächter Thomas Meyer Ende März aufhört. 

Fuldatal. Nach dem Ärger um die Parkverbotsschilder überschlagen sich die Ereignisse rund um den Dorfladen in Fuldatal-Simmershausen: Das Geschäft steht nach Recherchen unserer Zeitung offenbar vor dem Aus.

Zuvor hatte Pächter Thomas Meyer für Ende März überraschend seinen Rückzug angekündigt.

Der 50-Jährige begründet seinen Schritt unter anderem mit gesundheitlichen Problemen. Allerdings habe auch das Parkverbot in seinen Überlegungen eine Rolle gespielt. „Es geht um die Art und Weise, wie so ein Beschluss durchgesetzt wird und wir, aber vor allem unsere Kundschaft, darunter leidet“, sagt der selbstständige Unternehmer, der das Geschäft an der Kasseler Straße seit 2014 betreibt.

Parkverbot vor der Tür

Auf Anordnung des Bürgermeisters als Straßenverkehrsbehörde hatten Mitarbeiter des Baubetriebshofs am 15. Dezember den Straßenabschnitt vor dem Dorfladen zur eingeschränkten Halteverbotszone erklärt. Meyer, der sich gewünscht hätte, vorab informiert zu werden, befürchtete daraufhin Umsatzeinbußen, weil Autofahrer womöglich aus Sorge vor einem Knöllchen nicht mehr anhalten würden. „Fehlende finanzielle Mittel sowie meine gesundheitlichen Probleme lassen mir keine Möglichkeit herauszufinden, wie hoch die Umsatzeinbußen tatsächlich sein werden“, sagt Meyer.

Deshalb habe er die Eigentümer des Ladens gebeten, die Grundstücksgesellschaft SRR, ihn aus dem Pachtvertrag zu entlassen. Seine vier Mitarbeiter hätten „geschockt“ auf die Nachricht reagiert, wollten aber dem Dorfladen erhalten bleiben.

Hinter der Zukunft des 160 Quadratmeter großen Marktes steht nach Recherchen unserer Zeitung allerdings ein dickes Fragezeichen. „Ich glaube nicht, dass der Dorfladen auf Dauer eine Chance hat“, sagt SRR-Geschäftsführer Gerhard Sell, der mit Verena Rueppell, der Tochter der ersten Dorfladen-Pächterin Gisela Rueppell (von 2012 bis 2014), ab April die Geschäfte übernimmt.

70.000 Euro Verlust

„Der Dorfladen rechnet sich nicht“, sagt Sell. Ihm zufolge hat die Grundstücksgesellschaft in den vergangenen vier Jahren durch den Laden einen Verlust in Höhe von 70.000 Euro eingefahren. Insgesamt hatte SRR 180.000 Euro in den Laden investiert. 30.000 Euro davon steuerte das Land bei. Bedingung der Förderung war, dass der Laden mindestens fünf Jahre geöffnet bleibt. Diese Frist endet im Oktober dieses Jahres.

Ohnehin hätte sich Sell für den Dorfladen mehr Unterstützung von Gemeinde und Vereinen gewünscht. „Da kam leider nicht viel“, sagt er. Das Aufstellen der Parkverbotsschilder vor dem Geschäft „macht es jetzt noch schwieriger“. Der Betrieb soll aber vorerst weiterlaufen – wenn auch ab sofort mit reduzierten Öffnungszeiten: montags 7 bis 13 Uhr, dienstags bis donnerstags 7 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, freitags durchgehend 7 bis 18 Uhr und samstags 7 bis 13 Uhr.

Bislang hatte der Laden unter der Woche durchgehend bis 18 Uhr geöffnet.

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