Freier Träger: "Kleine Stromer"

Neue Kita in Fuldatal hat den Schwerpunkt Umweltschutz

Noch ist alles grün: Im Bereich des Baugebietes „Auf der Treber“ in Ihringshausen soll die Kindertagesstätte entstehen. Foto: Schaffner

Fuldatal. Der Sinn für Umweltschutz wird häufig schon in den ersten Lebensjahren gelernt. Aus diesem Grund entschied sich die Gemeinde Fuldatal, die neue Kindertagsstätte in Ihringshausen mit dem Schwerpunkt Naturschutz zu errichten.

„Der Architekt legt gerade den letzten Schliff an, die Bauarbeiten sollen im Sommer dieses Jahres beginnen und nach einem Jahr abgeschlossen sein“, sagt Michael Thöne, Leiter der Verwaltung in Fuldatal. Neben der Möglichkeit, sich in der Kita auch körperlich oder musikalisch auszutoben, können die Kinder zum Beispiel mit dem Fuldataler Wassererlebnishaus mit kleinen Experimenten lernen, was es mit dem Wasser auf sich hat oder was man alles mit Wind machen kann. „Es ist ein bisschen wie bei den ,Was ist Was?’-Büchern“, sagt Michael Thöne. „Wir wollen damit die kindliche Neugier wecken.“ Dafür wird es auch ein Juniorforscherlabor in dem neu errichteten Gebäude geben. Die notwendigen didaktischen und methodischen Kenntnisse würden die Betreuer zum Beispiel bei Lehrgängen der Fortbildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ erhalten.

Insgesamt sind zehn neue Vollzeitstellen für die Kindertagesstätte notwendig. Die Ausstattung der Kita wird zusammen mit dem freien Träger „Kleine Stromer“ ausgewählt, zusätzlich wird auch ein Elterncafé gebaut, um den gemeinsamen Austausch zu fördern.

Wachsende Nachfrage

Da es laut Thöne eine wachsende Nachfrage nach Betreuung für Kinder ab einem Jahr gibt, sind 24 Krippenplätze geplant. In zwei weiteren altersübergreifenden Gruppen mit insgesamt 50 Plätzen, ist eine Betreuung, deren Gebühren sich an den Tarifen der kommunalen Kindertagesstätten orientieren sollen, für Kinder unter drei Jahren bis zum Grundschulalter möglich. Da die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger wird, wird die Kita von 7 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet sein. Der Mittagstisch wird durch einen Essenslieferanten sichergestellt sein, so Thöne.

„Der genaue Vorgang der Anmeldung für einen Platz steht noch nicht fest, sie wird aber bereits im Verlauf des zweiten Halbjahres möglich sein“, sagt Michael Thöne. Sicher sei aber, dass es die Möglichkeit einer Online-Anmeldung geben soll. Trotzdem ist laut Thöne ein zeitiger persönlicher Kontakt zur Kindertagesstätte geplant: „Wir wollen schließlich früh die Eltern und das Kind kennenlernen.“

Mehrheit für „Kleine Stromer“

Vier Bewerber stellten sich als freier Träger der Kindertagesstätte in Ihringshausen zur Wahl: Impuls Soziales Management (Kassel), die gemeinnützige GmbH „Kleine Stromer“, ein Existenzgründer-Team und Susanne Murphy, Betreiberin der Fuldataler Märchenkrippe. 

Christine Jasperbrinkmann

Am Ende entschied sich die Mehrheit der Fuldataler Gemeindevertreter für den Bewerber „Kleine Stromer“, der unter anderem 14 Krippen, Kindergärten und Horte in Kassel betreibt. Christine Jasperbrinkmann, Mitglied im Geschäftsleitungsteam von „Kleine Stromer“, stellte das Konzept für die neue Kindertagesstätte vor.

Wie verlief der Bewerbungsprozess des freien Trägers bei der Gemeinde Fuldatal? 

Die „Kleinen Stromer“ haben den Gemeindemitgliedern ihre bereits vorhandenen Einrichtungen, die pädagogische Arbeit und ihr Konzept vorgestellt. Von der Präsentation bis zur Entscheidung vergingen laut Jasperbrinkmann ungefähr sechs Wochen.

Welches Mitspracherecht hat der Träger bei der Raumgestaltung der neuen Kindertagesstätte? 

Der Träger hat Einflussmöglichkeiten bei der Raumgestaltung, damit das pädagogische Konzept in das Raumkonzept mit einfließen kann und später keine Änderungen notwendig sind.

Welches Konzept soll verfolgt werden? 

Mit einem bereits bestehenden Waldkindergarten haben die „Kleinen Stromer“ bereits Erfahrung mit naturnahen Aktivitäten. Da Fuldatal unter anderem mit dem Wassererlebnishaus viele Angebote hat, strebt der Träger an, den Kindergarten in die Infrastruktur zu integrieren.

Worauf wird bei der Personalauswahl geachtet? 

Die „Kleinen Stromer“ bevorzugen einen Mix aus bereits angestellten Erziehern und neuen Kräften. Die Bewerber sollten laut Jasperbrinkmann eine Affinität zur Natur oder schon Erfahrung für Umweltthemen haben.

Kann der Umweltschwerpunkt bereits mit den Kleinkindern in der Krippe umgesetzt werden? 

Bereits die Kleinsten können mit einfachen Experimenten die Natur erfahren, wie zum Beispiel Matsch erfühlen oder Eis schmelzen lassen. Auch die Anlegung eines Barfußpfades ist vorstellbar. Für die größeren Kinder sollen vor Ort noch die Möglichkeiten sondiert werden. 

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