Ihringshäuser Bad nutzt neue Technik und halbiert Stromkosten

Neue Technik: Schwimmmeister Oliver Schmidt vor dem Umwälzpumpensystem im Keller des Waldschwimmbads. Foto:  Shuhaiber

Fuldatal. Das hoch defizitäre Waldschwimmbad in Fuldatal-Ihringshausen hat einen Dreipunkteplan entwickelt, um den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten.

Dazu wurde auch eine neue Mess- und Regeltechnik für die vier Umwälzpumpen installiert, mit der künftig bis zu 25.000 Euro Stromkosten pro Jahr gespart werden sollen.

Das Waldschwimmbad in Ihringshausen ist seit 41 Jahren eine gut frequentierte Einrichtung für viele Menschen aus dem nördlichen Landkreis und der Stadt Kassel. Seit 2014 wird die Unterhaltung des defizitären Bades aber immer wieder von den Kommunalpolitikern kontrovers diskutiert. „Der Gemeindevorstand hat sich daraufhin Gedanken gemacht, wie das Schwimmbad betriebswirtschaftlicher geführt werden kann“, sagte Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU), der für den Erhalt des Bades kämpft.

Ein hoher Kostenfaktor sei beispielsweise die Aufheizphase zu Beginn der Saison, wenn es noch häufig Nachtfrost gibt. Die Gemeinde hatte das Schwimmbad in diesem Jahr 14 Tage später als üblich eröffnet. Dadurch konnten bereits 15.000 Euro Heizkosten gespart werden. „Wir haben die Zeit genutzt und den Beton im Bad saniert“, ergänzte Oliver Schmidt, der seit 1993 als Schwimmmeister in Ihringshausen arbeitet.

Mit der Installation der neuen Frequenzumformer für die vier Umwälzpumpen sollen weitere 20 000 bis 25 000 Euro Stromkosten pro Jahr gespart werden. Statt 15 verbrauchen die Pumpen jetzt nur noch sechs bis sieben Kilowattstunden, erklärte Schmidt. Die Investition von 27 000 Euro werde sich bereits in eineinhalb Jahren amortisiert haben. Mithilfe der computergesteuerten Regeltechnik werden zudem weniger pH-Heber, Flockungsmittel und Chlor verbraucht. Kostenersparnis: 1000 bis 2000 Euro im Jahr.

Doch die Technik allein kann nicht genügend Geld in die Schwimmbadkasse spülen, deshalb setzt das Team auf mehrere Events, die weitere Gäste ins Bad locken sollen. „Wir wollen unsere Einnahmen steigern durch attraktive Aktionen wie die Summer-Splash-Party, aber auch durch Sauberkeit, Service und Werbung“, sagte Schreiber.

„Wir nehmen Geld in die Hand und investieren, um eine dauerhafte Ersparnis im Bad zu erreichen“, sagte Schreiber und ergänzte: „Die Debatte läuft weiter.“ Ob das Waldschwimmbad erhalten bleibt, könne auch durch den Ausgang der Kommunalwahl im März 2016 beeinflusst werden.

Das Waldschwimmbad in Zahlen

Die Unterhaltung des Waldschwimmbads kostet die Gemeinde Fuldatal jedes Jahr 500.000 Euro, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Davon sind 200.000 Euro Betriebskosten, 200.000 Euro Personalkosten sowie 100.000 Euro Abschreibung auf die Investition. Laut Schreiber nimmt die Gemeinde in einer guten Saison 100.000 Euro ein, in einer schlechten nur etwa 75.000 Euro. Im Schwimmbad arbeiten zwei Schwimmmeister, eine Fachangestellte und eine Auszubildende. Das Bad ist vor zehn Jahren für 3,2 Millionen Euro saniert worden und befindet sich in einem sehr guten Zustand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.