Pilot statt Ermittler: Polizeianwärter besuchten die Fliegerstaffel

Einmal Platz nehmen: Polizeikommissaranwärter Tobias Hofmann (vorne) auf dem Pilotensitz einer Super Puma, Einsatzpilot Uwe Baumert von der Bundespolizei-Fliegerstaffel erklärt die Technik. Fotos: Schräer

Fuldatal. Für Philipp Greilich aus Fuldabrück war es schon vor dem Besuch der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal klar, dass er Hubschrauberpilot werden will. „

Das werde ich definitiv versuchen", sagt der 24-Jährige. Allerdings bei der hessischen Landespolizei. Denn Greilich studiert an der Polizeiakademie in Kassel. Im Januar wird er wie seine Studienkollegen die Hochschule abschließen, noch ist er Polizeikommissaranwärter. Zusammen mit seinem Studienkollegen Tobias Hofmann (30) aus Naumburg hatte er seinem Kurs die Exkursion zu den Fliegern in Fuldatal vorgeschlagen. Beide müssen eine Arbeit über den Besuch abgeben, die auch benotet wird.

Den beiden Polizeianwärtern und ihren acht Kommilitonen brachte Einsatzpilot Uwe Baumert die Fliegerei im Hubschrauber allgemein und bei der Bundespolizei im Speziellen nah. Zunächst per Film und Schaubildern, dann am Flugobjekt in Hangar und Werkstatt.

So erfuhren die angehenden Polizeikommissare unter anderem, dass es vom Standort Fuldatal maximal 500 Kilometer zu jedem Ziel in Deutschland sind. Und dass selbst der entfernteste Punkt mit dem Eurocopter EC 155, „der schnellsten und modernsten Maschine“, in einer Stunde und 20 oder 30 Minuten („bei Gegenwind“) erreicht wird. Mit bis zu 330 km/h können zum Beispiel bis zu acht Polizisten an einen Einsatzort gebracht werden.

Bevor die Polizeianwärter in der Kanzel am Steuerknüppel und vor den Bordinstrumenten Platz nahmen, noch der Hinweis von Baumert, dass in Hubschraubern der Pilot auf der rechten Seite sitzt. Warum? Weil die meisten Menschen Rechtshänder seien, mit dieser Hand wie erforderlich feinfühliger den Steuerknüppel führen könnten. „Mit links werden dann die anderen Schalter bedient“, sagt der Pilot.

Tobias Hofmann stutzt kurz. Er ist Linkshänder. Dennoch nimmt er auf dem rechten Sitz in der Kanzel einer „Super Puma“ Platz. Am Boden im Hangar kein Problem. Und auch in der Zukunft keines, betont der angehende Polizeiokommissar. Als Passagier im Urlaubsflieger oder auch in einem Hubschrauber sitzen, „kein Problem“, sagt er. Pilot zu werden, reize ihn aber weniger.

Anders Philipp Greilich. „Ich will Hubschrauber fliegen“, sagt der 24-Jährige entschieden. Um Pilot werden zu können, wollte er ursprünglich zur Bundeswehr gehen, bestand dort auch den Fliegereignungstest. Am Ende klappte es aber nicht mit seinem Berufswunsch, da entschied sich der Fuldabrücker, zur Landespolizei zu gehen.

Deren Piloten werden wie die der Bundespolizei in St. Augustin ausgebildet. Erste Erfahrung bringt Philipp Greilich mit. Bei den Tests der Bundeswehr „flog“ er im Hubschraubersimulator. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt er.

Langer Weg bis zur Fluglizenz

Viele Fragen hatten die Polizeianwärter an den Einsatzpiloten Uwe Baumert. Wie wird man Pilot der Fliegerstaffel? Man muss Polizeibeamter sein, dann ein Eingangsauswahlverfahren durchlaufen mit psychologischen und medizinischen Tests. Es folgt ein Lehrgang über 16/17 Monate an der Luftfahrerschule in St. Augustin.

Wie geht es in der Fliegerstaffel weiter? Erst gibt es reguläre Flugeinsätze auf dem Hubschraubertyp, auf dem der Pilot ausgebildet wurde. Später folgen Schulungen im Instrumentenflug und mit Nachtsichtgeräten. Eine weitere Stufe ist der Einsatz im Rettungshubschrauber Christoph 7 mit Dienst von 7 Uhr bis Sonnenuntergang.

War sein schlimmstes, was das beste Erlebnis? Auf das Schlimmste wollte Baumert nicht eingehen. Zum Besten gehöre, mit dem Hubschrauber durch eine Wolkendecke in die Sonne zu fliegen, „das ist ein tolles Gefühl“. (mic)

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