Polizeitauschbörse in Fuldatal: Neues Leben für alte Abzeichen

Anprobieren: Rainer Graf (links) und Dieter Hausotter kamen als Besucher zur Polizeitauschbörse und nahmen unter anderem die Uniformjacken in Augenschein.

Fuldatal. Ob aus Berlin, Detmold, Unterfranken oder dem Münsterland - Sammler aus ganz Deutschland zog es am Wochenende wieder zur Nordhessischen Polizeitauschbörse nach Fuldatal.

25 Aussteller zeigten in der Direktion Bundesbereitschaftspolizei Teile ihrer Sammlungen und boten Stücke zum Tauschen und Kaufen an.

Polizeiabzeichen, Uniformen und Kopfbedeckungen waren ebenso zu finden wie zum Beispiel Bücher rund um das Thema Polizei, Werbeplakate für den Polizeidienst oder Geschirr mit dem Aufdruck BGS.

Zum ersten Mal mit dabei waren Alexander und Erika Stumpf, die aus der Nähe von Bad Kissingen angereist waren. Sie stellten unter anderem Reproduktionen historischer Uniformeffekten wie Schulterstücke und Ärmelabzeichen aus. „Seit über 20 Jahren sammeln wir Pickelhauben und Uniformen aus der Kaiserzeit und der Zeit davor“, erzählte Erika Stumpf.

Alexander Stumpf interessieren die historischen Uniformen dabei nicht nur als Sammlerstücke. Er hat schon viele Bücher und Dienstkleidungsvorschriften aus jener Zeit studiert und etliche Abbildungen zusammengetragen. Nach den historischen Vorbildern fertigt er in Handarbeit Reproduktionen an.

Dabei legt Stumpf Wert auf das richtige Material. „Auch die Schnüre werden zum Beispiel exakt nach historischem Vorbild hergestellt“, erklärte der 54-Jährige. An einfacheren Stücken wie einem Kragenspiegel arbeitet Stumpf etwa eineinhalb Stunden. Deutlich mehr Arbeit macht die Herstellung von aufwändigeren Schulterstücken wie Epauletten. Für ihre Fertigung benötigt er um die vier Stunden.

Am Stand neben Stumpf zeigte Eckard Kuhlmann Uniformen, Mützen und Abzeichen, die er seit 45 Jahren sammelt. Er kommt immer wieder gern zur Polizeitauschbörse nach Fuldatal. „Hier mit Kollegen zusammenzukommen und nach Schnäppchen zu suchen, macht einfach Spaß“, sagte der Aussteller aus Detmold.

Er teilt sein Hobby mit Ulrich Wenner, den die Sammelleidenschaft in den 70er Jahren als Schutzmann packte. Den Schwerpunkt seiner Sammlung bilden Armbinden sowie Polizeimützen und Abzeichen aus Übersee, vor allem aus Südamerika, Asien und Afrika. „Man braucht eine Zielrichtung, dann kann die Sammlung auch vollständig werden. Alles kann man nicht sammeln, dann verliert man den Überblick“, erklärte der pensionierte Kriminalbeamte.

Eine ganz besondere Auszeichnung hat die Sammelleidenschaft Andreas Scala schon eingebracht. Mit einer Sammlung von 2290 Polizei- und Militärkopfbedeckungen aus aller Welt hat es der Berliner Polizeibeamte ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Mittlerweile nennt der Weltrekordhalter bereits 2361 Kopfbedeckungen sein Eigen.

Ein kleiner Teil davon war bei der 17. Nordhessischen Polizeitauschbörse zu sehen, die wie immer von Burghard Graf organisiert wurde. In der Cafeteria wurde er in diesem Jahr von Margret Erich und Giesela Fischer unterstützt, die für die Verpflegung von Ausstellern und Besuchern sorgten.

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