Angler machten grausige Entdeckung

Rätselhaftes Fischsterben an der Fulda-Schleuse bei Wilhelmshausen

Fuldatal. Angler haben bei Fuldatal-Wilhelmshausen eine grausige Entdeckung gemacht: Zentnerweise Fische sind im Bereich der Fulda-Schleuse zu Tode gekommen. 

Aal, Barsch, Hecht, Rotauge – alle tot. Martin Engelmann ist schockiert. Der 77-jährige Angler kann das rätselhafte Fischsterben an der Schleuse bei Wilhelmshausen nicht fassen. „Das ist eine Katastrophe“, sagt der Kasseler Hobbyfischer, der seit 40 Jahren in dem Bereich angelt.

Wer für den Tod verantwortlich ist? Engelmann hat eine Vermutung: das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden, das die Schleuse betreibt.

Barsch, Hecht, Rotauge: Unter den toten Tieren sind alle gängigen Fischarten der Fulda. 

„Es muss mit der Stauregulierung zu tun haben“, sagt der Kasseler, „wie viele andere Angler glaube auch ich, dass die Wehrklappen zu schnell heruntergelassen wurden“.

„So etwas habe ich noch nie gesehen, ich könnte echt heulen.“

Das habe dann dazu geführt, dass die Fische aus dem Bereich mit normalerweise ruhigem Gewässer nicht rechtzeitig mitschwimmen konnten und elendig ums Leben kamen. „So etwas habe ich noch nie gesehen, ich könnte echt heulen“, sagt Engelmann.

Missstände öffentlich machen

Aufgefunden hatte die leblosen Tiere einer seiner Angelfreunde. Dieser hatte Fotos am Fundort gemacht und an andere Angler weitergeleitet. Schließlich wandte sich Engelmann mit Fotos an unsere Zeitung. „Man muss derartige Missstände einfach öffentlich machen“, sagt der Rentner, der nach eigenen Angaben kurze Zeit später die Mitarbeiter an der Schleuse zur Rede gestellt hatte. „Die wiegelten aber ab“, empört sich Engelmann, „sie behaupteten, es seien höchstens zwei Eimer voll verendet und das sei alles halb so wild“. Engelmann, der seit 40 Jahren an der Fulda fischt und Mitglied im Angelverein Roter Kater ist, traute seinen Ohren nicht. Er schätzt die Menge der toten Fische auf „mindestens zehn Zentner“.

Rolf-Dieter Summa vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden bestätigte das Fischsterben. „Wir haben am 27. Dezember davon erfahren“, sagt er, „wir können uns das aber nicht erklären“, sagt er auf HNA-Anfrage.

Amt: Haben korrekt gehandelt

Den Vorwurf, die Wehrklappen der Schleuse zu schnell abgesenkt zu haben, wies er zurück. „Wir haben am 15. Dezember routinemäßig mit der Stauregulierung begonnen“. Dieser Vorgang finde jedes Jahr um diese Zeit statt und sei korrekt abgelaufen. „In bestimmten Zeitabständen haben wir die Wehrklappen um jeweils zehn Zentimeter herabgelassen, so wie immer“, sagt er. Ab dem 31. März werde die Fulda dann wieder angestaut.

Hier in der Nähe wurden die Fische gefunden: An der Schleuse bei Fuldatal-Wilhelmshausen.

Dass nach der alljährlichen Stauregulierung tote Fische aufgefunden werden, habe ihn überrascht, sagt Summa. „In den letzten Jahren hatten wir keine derartigen Probleme“.

Er versicherte aber, das Amt werde sich dafür einsetzen, die Ursache für das Fischsterben aufzuklären. „Wir werden das prüfen“, sagt Summa.

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