Rothwestener nutzen Gewerbepark in ihrer Freizeit

Regelmäßige Spaziergänge: Irene Denter aus Rothwesten auf dem Bürgersteig der Sonnenallee mit Nero, dem Mischlingshund ihrer Tochter, im Hintergrund das ehemalige zentrale Heizungsgebäude. Im rechten Bild das frühere Unteroffiziersheim, das sich in einem maroden Zustand befindet. Fotos: Schräer

Fuldatal. Irene Denter aus Rothwesten nutzt das Gelände der Fritz-Erler-Anlage regelmäßig.

Je nach freier Zeit gehe sie in dem jetzigen Gewerbepark spazieren, führe dabei den Hund ihrer Tochter aus. „Meist sind wir vier Personen", sagt die 58-Jährige. Zusammen gehen sie „die große Runde“ von der Straße Im Ährenfeld an der Feuerwehr vorbei, dann in der Erler-Anlage „unten durch zum Haus Posen“ und durch das Dorf wieder zurück. Aber dieser lange genutzte Weg zum Haus Posen mit dem Museum Währungsreform 1948 sei jetzt abgesperrt, dadurch werde die Runde des Spaziergangs kleiner.

In dem Gewerbepark geht die Gruppe über alte befestigte Wege und die sanierten Straßen. „Hier kann man gut laufen, auch bei schlechtem Wetter, weil es Bürgersteige gibt und wenig Autoverkehr.“ Dieser werde allerdings immer mehr. Besonders gegen Mittag und am Nachmittag treffe sie viele Spaziergänger und Radfahrer im Gewerbepark an. Und „Leute, die mal gucken und sich informieren wollen“, sagt Irene Denter.

Dass sich die Menschen für die Entwicklung der Erler-Anlage interessierten und zunehmend die wieder öffentlichen Flächen nutzten, „freut uns“, sagt Armin Reiting von der Gemeindeverwaltung. Dies sei auch ein Teil der Konversion, also der Umwandlung von ehemals militärischem in ziviles Gebiet.

„Wenn die Menschen mit Fahrrädern und Inlinern auf den neuen Straßen fahren, ist das in unserem Sinn“, betont Reiting. Ziviler Bereich heiße aber auch, dass Gebäude und Flächen neue Eigentümer haben. Die Grundstücke seien zum Teil mit Zäunen gesichert, zum Teil aber auch offen. „Dennoch sollten alle Besucher der Erler-Anlage private Grundstücke respektieren wie andernorts auch.“

So seien die großen Hallen entlang der Sonnenallee fast alle verkauft. Und auch für Freiflächen, die zum großen Teil noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehörten, gebe es Interessenten.

Andere Gebäude „in augenscheinlich marodem Zustand“ wie das ehemalige Unteroffiziersheim an der Einmündung Ikarusweg / Sonnenallee seien hingegen schwer zu verkaufen. Dessen offenes Grundstück sollten die Menschen nicht betreten. Dies gelte auch für den gesamten Bereich der ehemaligen Unterkunftsgebäude, deren Zufahrten deutlich durch Barrieren abgesperrt seien. In diesen Bereichen bestehe für die Menschen „ein gewisses Gefährdungspotenzial“, meint Reiting.

Bisher habe es noch keine großen Unfälle gegeben, auch keine Konflikte zwischen Privatpersonen und Grundeigentümern. Bisher bekannter Zwischenfall: Ein Jogger habe ein Absperrband an einer Zufahrt übersehen und sei gestürzt, sagt Reiting. Dort habe daraufhin der Käufer zweier kleiner Hallen einen Bauzaun aufgestellt.

Damit wurde übrigens genau der Weg abgesperrt, den Irene Denter immer Richtung Währungsmuseum genutzt hatte.

Von Michael Schräer

Hintergrund

Gewerbepark mit 42 Hektar

Im Frühjahr 2008 endete die militärische Nutzung der Fritz-Erler-Kaserne. Das Gelände hat eine Gesamtfläche von158 Hektar (ha). Mit der Konversion wurde auf einer Freifläche von knapp 66 ha, wovon 17 ha dem Naturschutz vorbehalten sind, eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung errichtet.

Der Gewerbepark Fritz-Erler-Anlage, der seit Spätsommer komplett erschlossen ist, umfasst den sogenannten Technikbereich mit Hallen und Gebäuden auf einer Fläche von 42 ha, wovon 21,4 ha bebaubare Fläche sind. (mic)

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