Von Schäfchen zu Schafen

Simmershausens Pfarrer Peter-Michael Leppin geht in den Ruhestand

Idylle pur: Peter-Michael Leppin hat sich mit dem Umzug nach Hemeln einen großen Wunsch erfüllt. Seine Schäfchen stehen nun auf der Weide. Foto: T. Hartung

Fuldatal. Als Peter Leppin am 1. September 1994 die Pfarrstelle in Simmershausen antrat, ahnte er nicht, dass er dort bis zu seinem Ruhestand bleiben würde. 21 Jahre lang hat sich der Pfarrer mit viel Engagement und Herzblut um seine Schäfchen in dem Fuldataler Ortsteil gekümmert.

Beim Gottesdienst am kommenden Sonntag (15 Uhr) wird Peter-Michael Leppin von Dekanin Carmen Jelinek offiziell in den Ruhestand, der bereits am Dienstag begonnen hat, verabschiedet.

„Natürlich ist bei einem Abschied auch immer Wehmut dabei“, sagt der 61-Jährige. Dennoch sei er erleichtert, die große Verantwortung, die sein Beruf mit sich bringt, los zu sein, betont er und schaut voller Vorfreude in seine Zukunft.

Während andere Rentner ihren Ruhestand ohne Arbeit genießen, geht es bei Peter-Michael Leppin erst richtig los. Bereits im März dieses Jahres hat er - gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabi - seine Zelte im Simmershäuser Pfarrhaus abgebrochen und ist in ein altes Bauernhaus nach Hemeln (Hann. Münden) gezogen.  

Dort haben sich die beiden ein kleines Idyll mit Tieren und einem großen Garten geschaffen, mit dem sich der pensionierte Pfarrer einen Traum erfüllt hat. „Meine Schäfchen stehen jetzt auf der Weide“, sagt er schmunzelnd und ergänzt: „Wir haben fünf Zimmer umgebaut, die wir an kleine Gruppen, wie Musik- oder Theatergruppen, vermieten wollen.“

Am liebsten möchte Peter-Michael Leppin aus seinem Heim einen kleinen Kulturort machen, wo Konzerte und Theaterstücke stattfinden. Schon in Simmershausen war er als der Pfarrer mit der Gitarre bekannt. Für ihn ist das Singen der Schlüssel zur Seele. Seine erste Pfarrstelle trat er im Jahr 1983 in Niederelsungen/Oberelsungen an. Von 1985 bis 1989 war er Pfarrer in der Erlöserkirche (Fasanenhof) in Kassel.

Bevor Leppin 1994 nach Simmershausen kam, war er fünf Jahre Stadtjugendpfarrer in Kassel. Auch nach seiner Pensionierung wird er die pastorale Arbeit nicht völlig an den Nagel hängen.

In Hemeln ist er schon mehrmals als Pfarrer eingesprungen und auch der Erntedankgottesdienst steht schon in seinem Terminkalender. Seine Arbeit als Pfarrer war nicht immer leicht. Dass er aber auch mit weltlichen Problemen umgehen kann und seine Arbeit weder weltfremd noch dösig verrichtete, wie manche Menschen von ihm dachten, bewies er immer wieder aufs Neue. „Ich habe immer laut meine Meinung gesagt und war authentisch. Das hat nicht allen gefallen“, sagt er. Neben seiner pastoralen Arbeit, die ihn oft 24 Stunden am Tag vereinnahmte, hat Peter-Michael Leppin eine weitere Leidenschaft: das Theaterspielen. Im Jahr 2008 hat er die Simmershäuser Theatergruppe Kulissenschieber gegründet, der er auch in Zukunft treu bleiben wird.

Von Tina Hartung

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