Ein Eiswagen zum Abschied

Nach 32 Jahren als Schulleiter ist Schluss: Achim Kessemeier geht in den Ruhestand

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Freuten sich über die Überraschung: Achim Kessemeier war 32 Jahre Schulleiter an der Grundschule Simmershausen und geht jetzt in Pension. Zum Abschied gab es Eis für alle Kinder. Von links: Emma Clauer, Carlotta Fürst, Koray Özan, Adison Champion, Anna Spohr und Julian Boldt. 

Fuldatal. Achim Kessemeier geht nach 32 Jahren als Schulleiter der Grundschule Simmershausen in Pension. Zum Abschied gab es für Schüler und Lehrer eine Überraschung. 

Ein Eis schon in der ersten großen Pause gibt es nicht alle Tage. Einen Eiswagen auf dem Schulhof auch nicht. Umso größer war die Überraschung bei den Kindern der Grundschule Simmershausen, als sie gestern um 10 Uhr auf den Schulhof kamen.

Ihr Schulleiter Achim Kessemeier hatte tatsächlich einen Eiswagen organisiert. Als Abschiedsgeschenk an seine Schützlinge, denn er geht nach 32 Jahren zum Ende des Schuljahres in Pension. „Der Abschied fällt schon schwer“, gibt Kessemeier zu, „aber es ist auch an der Zeit für einen Wechsel“.

1986 kam er als Schulleiter an die Grundschule in Simmershausen. Seither habe er mit seinem Team viel gestalten können, erzählt er. „Das Schöne der letzten 30 Jahre war, das wir einen Beitrag zur Reform der Schule leisten konnten.“ So seien die Umwelt- und Demokratieerziehung zwei wichtige Stränge seiner Arbeit gewesen.

Die Grundschule sei seit über 20 Jahren Umweltschule und gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk hätten sie Projekte zur Partizipation entwickelt. Daraus entstand schon vor circa 15 Jahren das Schülerparlament. „Die Umsetzung der Kinderrechte wird bei uns gelebt“, sagt Kessemeier. Die praktische Arbeit sei ein wichtiger Bestandteil der Schularbeit und etwas, dass den Kindern ganz besonders Spaß machen würde.

Vor allem liege ihm am Herzen, die Kinder immer wieder positiv zu bestärken, und sie fit für ihr weiteres Schulleben zu machen. „Das Schöne an diesem Beruf ist, dass die Kinder immer positiv sind und jeden Tag lernen wollen“, sagt Kessemeier. „Und wenn man jeden Morgen geknuddelt wird, ist das auch sehr schön.“

Auch den Kindern wird ihr Schulleiter fehlen. „Er hatte die Schule gut im Griff“, sagt Anna aus der vierten Klasse, und ihre Freundin Finja meint: „Der ist viel zu nett, um wahr zu sein“, und die Viertklässlerin und ihr Schulleiter müssen beide lachen. Er ist sich sicher, dass auch bei seinem Nachfolger die Stärkung des Kindes und die positive Pädagogik im Vordergrund stehen werden. Daniel Giese, derzeit noch Schulleiter an der Grundschule in Rothwesten, wird ab 1. August die Schule weiterführen.

Achim Kessemeier will ab dem Sommer als Kulturtourist Deutschland und die Welt erkunden und viel in Nordhessen wandern gehen. Aber die Schule wird ihn nicht loslassen. Auch da will er sich weiter engagieren. Über den Grundschulverband, in dem er Mitglied ist, möchte er weiterhin an der Grundschule teilhaben und seine langjährige Erfahrung einbringen.

Seine Vision: „Eine Schule, die den Kindern im vollen Umfang als Lern- und Lebensraum dient.“ Er wünscht sich, dass mehr Geld für Bildung ausgegeben wird und mehr Ganztagsschulen. „Damit die Kinder so viel Zeit bekommen, wie sie benötigen.“

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