Delegation informierte sich über Abwasserreinigung

Simmershausen: Chinesen besichtigten Kläranlage

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Besuch aus China: Abwassermeister Friedhelm Volland (Bildmitte) zeigte der 15-köpfigen Delegation aus der südchinesischen Provinz Guangdong , wie man in der Gemeinde Fuldatal Abwasser reinigt. 

Fuldatal. Abwassermeister Friedhelm Volland hat Amtsleiter aus der südchinesischen Provinz Guangdong vor Ort über die Abwasserreinigung in Fuldatal informiert.

Martin Knopp

Die 15-köpfige Delegation mit Dolmetscherin reist drei Wochen lang in einem Bus quer durch Deutschland, um sich ein Bild von der Entwicklung des ländlichen Raumes in Deutschland zu machen. Veranlasst worden war die Studienreise laut der Dolmetscherin von der chinesischen Regierung: „China interessiert sich sehr für Umweltthemen, speziell im Bereich Abwasser“.

Bei Gebühren nachgefragt

Bevor die Gäste die Kläranlage in Simmershausen besichtigten, lauschten sie einem Vortrag des Ingenieurbüros Oppermann aus Vellmar, mit dem die Gemeinde in abwassertechnischen Fragen zusammenarbeitet. Nachdem den Chinesen – allesamt Amtsleiter für Stadtentwicklung und Umweltschutz in kleineren Städten in der 105-Millionen-Einwohner-Provinz Guangdong – die Fuldataler Gebührenumlage vorgestellt worden war, fragten diese, wie die Gemeinde, denn dann mit der Kläranlage überhaupt Geld verdiene. Als ihnen erklärt wurde, dass Fuldatal keine Kläranlage betreibe, um gewinnorientiert zu wirtschaften, sondern kostendeckend, waren sie verblüfft. „Interessant, dass in einer sozialistischen Volksrepublik so kapitalistisch gedacht wird“, sagte Martin Knopp, Tiefbau-Fachbereichsleiter bei der Gemeinde, der die Reisegruppe dann zur Kläranlage begleitete.

Dort wartete bereits Abwassermeister Volland. Er informierte die Gäste, dass Fuldatal über 110 Kilometer öffentliche Kanalleitung verfügt, dass pro Jahr durch die Anlage in Simmershausen rund eine Million Kubikmeter Abwasser fließt (das entspricht sieben Millionen Badewannen) und dass sie darauf ausgelegt ist, das Abwasser von bis zu 17 500 Einwohnern zu reinigen. Er zeigte ihnen die Klärbecken, erklärte, wie der Schlammwasserspeicher funktioniert, was es mit dem Fettfang auf sich hat und dass die Gemeinde bestimmte Werte wie den Phosphorgehalt streng überwachen muss. „Wir haben eine der modernsten Anlagen im gesamten Landkreis“, sagte Volland nicht ohne Stolz. Während die Dolmetscherin übersetzte, lauschten die Chinesen und machten eifrig Fotos.

Bevor sie Fuldatal wieder verließen, hielten sie noch Halt am Hochbehälter in Wahnhausen und besichtigten das Haus der Begegnung in Simmershausen. Die Reiseleiterin ließ anschließend ausrichten: „Wir waren sehr angetan von dem freundlichen Empfang und den zahlreichen Informationen, die wir aus Fuldatal mitnehmen konnten“.

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