Ausländerbeirat kritisiert Flüchtlingsrat

Zustände im Flüchtlingsheim: „Menschenunwürdig ist übertrieben“

Fuldatal. Teils heftige Reaktionen hat die Berichterstattung der HNA über die desolaten Zustände im Flüchtlingsheim Ihringshausen hervorgerufen.

In die Kritik ist dabei besonders Thomas Aleschewsky, Mitglied des Hessischen Flüchtlingsrats geraten. Ihm werfen Kritiker einseitige Darstellung der Verhältnisse und mangelnde Kooperation vor. Tenor ist aber auch, dass die Flüchtlinge mehr in die Pflicht genommen werden müssen. Aleschewsky wehrt sich in einem offenen Brief.

„Diese Unterkünfte als menschenunwürdig zu bezeichnen, ist völlig übertrieben“, reagierte Cemal Dede Bozdogan, Vorsitzender des Ausländerbeirates des Landkreises, auf Aleschewskys Vorwürfe. Sein Stellvertreter Fatmir Alili weist darauf hin, dass „im Landkreis Kassel trotz mangelnder Unterbringungsmöglichkeiten bis heute provisorische Notlager verhindert werden konnten“. Und: Aleschewsky beschränke sich darauf, Kritik zu üben, ohne umsetzbare Lösungen zu präsentieren. Beide sind sich aber auch einig, dass „gewisse Dinge - Stichwort Sauberkeit - auch von den Bewohnern selbst bewerkstelligt werden müssen“. Nutzer seien für die Sauberkeit „selbstverantwortlich“.

Bilder aus dem Fuldataler Flüchtlingsheim

Ähnlich sieht das auch der SPD-Kreistagsabgeordnete Oliver Ulloth, der in der Vellmarer Flüchtlingsunterkunft einen Untersützerkreis organisiert hat (siehe Hintergrund) und dabei auch Ihringshausen einbeziehen will. Er habe Aleschewsky persönlich eingeladen, auf „sachliche Weise an diesem Prozess mitzuwirken“. Aber in einem persönlichen Vorbereitungstreffen „wurde mir sehr deutlich gemacht, dass ich darauf keine Resonanz erhalten werde“.

Kein Dreck im „Rosengarten“

Für die SPD kritisiert Ulloth auch „politische Schuldzuweisungen, bei denen es zunächst nur darum geht, an einem Haus die Mühen der Kreisverwaltung zu diskreditieren“. Ulloth verweist in diesem Zusammenhang auf die vom Kreis betriebene Unterkunft im ehemaligen Hotel Rosengarten in Vellmar, wo es keine überquellenden Mülleimer gebe und „die Geräte in der Gemeinschaftsküche von den Bewohnern selbst gereinigt werden“.

Aleschewsky reagierte in einem offenen Brief auf die HNA-Berichte zur Unterkunft in Ihringshausen. Er wehrte sich „gegen eine verbale Diffamierung Asylsuchender durch Kreisverwaltungsangehörige“. Er kritisierte unter anderem das Fehlen von Rückzugsmöglichkeiten der Bewohner und eines Aufenthaltsraumes. Er forderte „qualifizierteres und sensibleres Personal und eine adäquate psychologische Betreuung“.

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