Sie kann von Sternwarte Rothwesten aus beobachtet werden

Spektakuläres Naturschauspiel: Totale Mondfinsternis am 27. Juli

Fuldatal. Am 27. Juli bietet sich in Deutschland und ganz Europa ein spektakulärer Anblick am Himmel: Dann ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zu bewundern.

Dabei taucht der Mond komplett in den Kernschatten der Erde ein und erscheint als rötliche Scheibe am Nachthimmel – nicht alles Licht der Sonne wird von der Erde abgeschirmt. In der Volkssternwarte Rothwesten kann an dem Freitag das 103 Minuten dauernde Spektakel bestaunt werden. Ein Bonus, auch der Mars kommt der Erde so nah wie sonst nie. „Ein grandioser Zufall“, sagt Angelika Spitzer-Klinger von der Volkssternwarte.

Wann genau ist die Mondfinsternis zu sehen?

Ab 20.24 Uhr taucht an diesem Abend der Vollmond in den Kernschatten der Erde ein und wird circa eine Stunde später vollkommen von diesem verdunkelt, wie Angelika Spitzer-Klinger berichtet. 

Nur von der Erdatmosphäre gebeugtes Sonnenlicht wird dann den Mond für knapp zwei Stunden in ein kupferrotes Licht hüllen. Um 23.13 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Erdschatten aus und nach einer guten Stunde endet um 00.19 Uhr auch die partielle Phase.

Ist diese Mondfinsternis etwas besonderes?

Zunächst werde der volle Mond am Osthorizont gegen 21.06 Uhr bereits teilverfinstert aufgehen, während im Westen die Sonne nur wenige Minuten später untergeht, schreibt Spitzer-Klinger in einer Pressemitteilung. Die „falsche“ Mondsichel verliere schnell an Größe und vorübergehend werde der Mond ab 21.30 Uhr fast vollständig am noch hellen Abendhimmel verschwinden. 

Erst im Verlauf der Dämmerung werde ein anfangs blass-rötlicher, später kupferroter Vollmond aus dem dunkler werdenden Himmelshintergrund hervortreten. „Die rote Färbung ist im Übrigen darauf zurückzuführen, dass die Erdatmosphäre die Lichtstrahlen der Sonne wie eine Linse um den Globus herum lenkt und dabei gleichzeitig die blauen Lichtanteile absorbiert. 

Das langwellige rote Licht dagegen durchdringt die Atmosphärenluft fast ungestört, wird abgelenkt (gebeugt) und trifft auf die beschattete Mondoberfläche. Von der Erde aus erscheint der Mond im reflektierten Licht folglich rot“, schreibt Spitzer-Klinger.

Wieso kommt der Mars uns so nah?

An dem Freitag kommt es zur Marsopposition. Dabei steht Mars der Sonne am Himmel gegenüber und geht auf, wenn die Sonne untergeht und geht unter, wenn die Sonne wieder aufgeht. Diese Position der Himmelskörper zueinander kommt zustande, weil die Erde auf ihrer engeren Umlaufbahn den Mars überholt. Der rote Planet benötigt für seinen Umlauf um die Sonne 685 Tage.

Wieso ist dieser Überholvorgang besonders?

Eigentlich ist er es nicht, denn die Erde überholt den Mars etwa alle 780 Tage (rund 26 Monate). Im Juli 2018 ist der Mars der Erde aber näher, als es sonst der Fall ist. Manchmal, wie im März 2012, nähert er sich der Erde bei seiner Opposition nur bis auf etwa 100 Millionen Kilometer und erreicht dann noch nicht einmal die Helligkeit des Planeten Merkur. 

Aufgrund des fast geringstmöglichen Abstandes zur Erde erscheint er nun besonders groß und somit extrem hell, beschreibt es Spitzer-Klinger. Er pirscht sich auf etwa 58 Millionen Kilometer an die Erde heran und strahlt dann heller als Jupiter am Firmament.

Die nächste Mondfinsternis findet am 21. Januar 2019 statt. Mars wird erst am 11. September 2035 der Erde wieder so nahe sein. (cge/aea)

Kontakt: Angelika Spitzer-Klinger, 0 56 07/77 12, Angelika.Spitzer-Klinger@web.de

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