Trapez-Artistin Fine Zintel aus Fuldatal tritt bei Sommer im Park auf

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In Aktion: Artistin Fine Zintel aus Fuldatal am Schwungtrapez. Die Absolventin der Staatlichen Artistenschule Berlin ist mit ihren Absolventenkollegen beim Sommer im Park in Vellmar zu sehen.

Fuldatal / Berlin. Für Josefine Zintel aus Fuldatal, die jeder nur als Fine kennt, stand früh fest: „Ich will Artistin werden." Mit acht Jahren sei sie mit einer Freundin zum Kasseler Circus Rambazotti gekommen. Dort lernte sie Bodenakrobatik sowie Einradfahren kennen und „machte schon viel in der Luft an Trapez und Ringen".

Der „Luftnummer“ blieb die heute 18-Jährige treu, ihr Requisit ist das Schwungtrapez. Als Absolventin der Staatlichen Artistenschule Berlin ist Fine Zintel derzeit mit ihren Jahrgangskollegen auf Tournee. Am Montag, 14. Juli, ist die Truppe beim Sommer im Park in Vellmar zu sehen.

Nach drei Jahren Rambazotti hörte das junge Mädchen von der Artistenschule in Berlin. Und da sie sich „nichts anderes vorstellen konnte“, stellte sie sich den Prüfungsaufgaben zur Aufnahme. Noch musste sie sich aber gedulden.

„Meine Eltern haben mich schon unterstützt, aber mit elf Jahren hätten sie mich nicht gehen lassen“, sagt das Einzelkind. Und auch in Berlin riet man ihr, sich später wiederzumelden. Mit 14, sagt die Künstlerin rückblickend, „war ich dann relativ selbstständig“.

Die Artistenschule nahm sie auf, „als Quereinsteigerin“. Denn nach der 8. Klasse am Goethegymnasium übersprang sie einen Jahrgang und startete in Berlin mit der Klasse 10. Und reduzierte dadurch die Zeit von Grund- und gezielter Ausbildung am Requisit, also ihrem Artistengerät, auf vier Jahre.

An sechs Tagen in der Woche drei bis vier Stunden mit einem Trainer üben plus normalem Schulunterricht bis zum Abitur - all dies in der Regel von 8 bis 20 Uhr. Die ersten beiden Jahre leben im Internat, danach in einer Kollegen-WG unweit der Schule, fernab der eigenen Familie. Aber, sagt Fine Zintel, „man kennt zwangsläufig viele Artisten, spricht über Musik, Kostüme, verbringt die Freizeit zusammen und bleibt so im Thema“.

Wichtig für die junge Künstlerin, die jetzt selbstständig ist und sich nach der Tournee der Absolventenshow um Auftritte kümmern muss. Vieles laufe über Kontakte, daher hofft Fine Zintel auch auf Agenten im Publikum, die ihr weiterhelfen. Und dann gebe es „auf der ganzen Welt Festivals, bei denen man sich bewerben kann“. Vielleicht bekomme sie die Möglichkeit, sich einer Company, einer Gruppe von Artisten, anzuschließen.

Zum Zirkus zu gehen, sei nicht ihr Traum, sagt die 18-Jährige. Obwohl unter der Zeltkuppel ausreichend Platz für ihr Schwungtrapez wäre. Bei dem nutzt sie „den toten Punkt“ für spektakuläre Salti. Im Festzelt in Vellmar fehlt der Platz, dort arbeitet Fine Zintel mit einem Standtrapez. „Die Übung wird eher tänzerisch sein.“

Auf jeden Fall freue sie sich auf den Auftritt und „auf zu Hause“. Drei- bis viermal im Jahr kommt die Wahlberlinerin nur noch nach Fuldatal.

Hintergrund: Staatliche Artistenschule

In Berlin ist die einzige Staatliche Artistenschule Deutschlands. Die Aufnahme der Schüler, die ein Gymnasium bis zum Abitur besuchen, beginnt in der Regel mit der neunten Schulklasse. Zwei Jahren artistischer Grundausbildung schließen sich drei Jahre Spezialisierung an.

Schule samt Berufsausbildung und Aufenthalt von Fine Zintel wurde mit Schüler-Bafög gefördert. Die Absolventen 2014 verabschiedeten sich mit einer Gala Anfang Juni im Wintergarten in Berlin. Anschließend ging es auf Tournee durch Deutschland mit 25 Auftritten. Die Tour gilt als Einstieg in das Berufsleben als Artist.

Während der Abschluss-Gala wurde Fine Zintel für ihre Schwungtrapez-Nummer mit dem Sprungbrett-Preis ausgezeichnet, der sie zur Teilnahme an einer in Künstlerkreisen bekannten Kulturbörse im Januar 2015 in Freiburg berechtigt. (mic)

Karten kosten 24 Euro, ermäßigt 21 Euro (Abendkasse), Vorverkauf 22/19 Euro HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203204;

Infos zu den Künstlern: www.absolventenshow.de

Von Michael Schräer

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