Viele Kinder, zu wenig Plätze - In Ihringshäuser Tagesstätten fehlen Räume

Im Bewegungsraum untergebracht: Die Kinder der fünften Gruppe in der Kita Tanzplatz mit (vorn, von links) Janni, Polly und Erzieherin Christa Reubert, hinten rechts Erzieher Stephan Polleschner. Fotos: Schräer

Fuldatal. Entgegen dem allgemeinen Trend wächst die Bevölkerung in Fuldatal. „Wir sind überglücklich, dass wir diese Entwicklung haben", betont Erster Beigeordneter Uwe Sedlazek. Junge Familien, die vermehrt nach Ihringshausen ziehen, brauchen aber auch Betreuungsplätze für ihre Kinder.

Und diese reichen in den beiden Einrichtungen Tanzplatz und Weddel in diesem Kindergartenjahr nicht aus.

Beispiel Tanzplatz: „Wir sind übervoll“, sagt Kitaleiterin Sonja Hochapfel. So wurde in der auf vier Gruppen ausgelegten Einrichtung bereits eine fünfte aus Vorschulkindern eingerichtet. Diese nutzen den Bewegungsraum.

Dieser sollte eigentlich Kindern zum Toben zur Verfügung stehen und damit die Gruppen entlasten. Erst im März war die Kita Tanzplatz als Bewegungskindergarten zertifiziert worden, „ohne den Raum ist das ein Witz“, meint Hochapfel. Zumal er im Herbst und Winter besonders benötigt werde.

Der Raum wurde zuvor außerdem für den Mittagsschlaf der kleinen Kinder genutzt und für die musikalische Früherziehung. Dies findet jetzt in dem ausgeräumten Materialraum statt.

90 Kinder werden im Tanzplatz betreut, der auf 100 Plätze ausgelegt ist, die sich aber durch U 3-Kinder und Integrationsplätze reduzieren. Bis Februar werde man aber 108 Kinder haben. Und bis Sommer stünden weitere zehn Kinder auf der Warteliste, „für die wir praktisch keinen Platz haben“, sagt Hochapfel. Auch für das folgende Kindergartenjahr sei eine ähnliche Entwicklung absehbar.

Seit der Sommerpause suche die Gemeinde nach einer Lösung, prüfe Alternativen, die für die Schutzschirmkommune umsetzbar seien, sagt Michael Thöne von der Verwaltung. Hierzu gehörten:

• Bau einer dritten Kita in Ihringshausen, Kosten: 650 000 Euro;

• Anbauten in Holzständerbauweise, jeweils 290 000 Euro; • Anbauten in Modulbauweise, jeweils über 200 000 Euro;

• Einrichten einer Gruppe Waldkindergarten, angegliedert an die Kita Tanzplatz, mit 24 Quadratmeter großem, voll ausgestattetem Bauwagen neben dem Waldschwimmbad (50 000 Euro);

• Waldkindergarten mit Haus aus Blockbohlen neben Waldschwimmbad (60 000 Euro);

• Container an den Kitas (1500 Euro Miete pro Monat).

Auch wenn es politisch, mit Kitaaufsicht und Eltern noch diskutiert werden müsse, laufe es derzeit auf eine Containerlösung hin, meint Thöne. Zwar sei die benötigte Zahl an Betreuungsplätzen bis 2016 bekannt, aber spätere Jahre schwer vorherzusehen. Lösungen mit hohen Investitions- und Folgekosten, die sich in vier, fünf Jahren als überflüssig herausstellten, könne sich die Gemeinde nicht leisten, betont Thöne.

Von Michael Schräer  

 

Das sagt der Elternbeirat

„Die Eltern sind sehr verärgert und mit ihrer Geduld am Ende“, sagt Natalie Hufnagel, Elternbeirätin und Vorsitzende des Fördervereins der Kita Tanzplatz. Die Situation mit der fünften Kindergruppe, die im Bewegungsraum eingerichtet wurde, ist laut Hufnagel für die Kinder in der Einrichtung „nicht zumutbar und nicht zu akzeptieren“.

Die Gemeinde müsse eine andere Lösung präsentieren und dies bis Ende Oktober, so die Forderung der Eltern. Die favorisierten einen Bauwagen in einfacher Form als Standort für einen Waldkindergarten. Oder alternativ eine Erweiterung auf dem Gelände der Kita. Und seien es Container, die zur Verfügung gestellt wurden, als die Kita Weddel wegen Asbestbelastung geschlossen wurde. Für diese beiden Lösungen spricht laut Hufnagel, „dass sie schnell und rechtlich am leichtesten umzusetzen sind“. (mic)

Hintergrund

Keine Engpässe andernorts 

In den anderen Ortsteilen Fuldatals und den weiteren Kommunen im nördlichen Altkreis gibt es keine Engpässe in den Kitas.

• In Simmershausen gibt es noch zehn Plätze, in Rothwesten sechs und in Wilhelmshausen zehn.

• Ahnatal hat drei Einrichtungen mit nominell 260 Plätzen. Belegt sind 190. Weitere Kinder sind angemeldet, jedes zweijährige Kind belegt 1,5 Plätze.

• In Espenau sind in zwei Kitas samt Krippen von 165 Plätzen aktuell 145 belegt, elf weitere Kinder sind angemeldet.

• Vellmar hat in seinen fünf Einrichtungen Platz für 541 Kinder einschließlich der zehn Krippenplätze. Derzeit gibt es 102 freie Kindergarten- und zwei freie Krippenplätze. Allerdings geht die Stadt davon aus, dass alle Einrichtungen bis Sommer ausgelastet sind. (mic)

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