Ersthelfer wurde Feuerlöscher verweigert

Vorwürfe nach Unfall in Rothwesten: Busfahrer fühlte sich bedroht

Zwischen Holzhausen und Rothwesten unterwegs: Die Firma Brundig aus Witzenhausen bedient die Linie 40. Unser Foto entstand am Sonntagabend, genau eine Woche nach dem Vorfall auf der Landesstraße. Foto: Kisling

Fuldatal/Immenhausen. In dem Fall des Busfahrers, der am vorletzten Sonntag auf der Strecke zwischen Holzhausen und Rothwesten trotz der nachdrücklichen Bitte eines Ersthelfers keinen Feuerlöscher herausgab, hat sich jetzt das betroffene Unternehmen geäußert. Der Busfahrer habe sich bedroht gefühlt. 

Bei der Firma, die die Linie 40 bedient, handelt es sich um den Busbetrieb Brundig in Witzenhausen.

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Dessen Fahrdienstleiter Harald Brill wies am Montag auf HNA-Anfrage die Vorwürfe des Ersthelfers Moritz Bunnemann aus Kassel zurück. Nach Bunnemanns Darstellung hatte der Busfahrer ihm gegenüber angegeben, keinen Feuerlöscher an Bord zu haben und war weitergefahren, obwohl der vor einem Baum gekrachte VW-Polo bereits bedrohlich qualmte. Der Fahrdienstleiter schildert den Fall nach einem Gespräch mit dem Fahrer so: Dieser habe sich durch das Verhalten des Ersthelfers bedroht gefühlt, nachdem dieser sich vor dem Bus aufgebaut und mit einem Gegenstand (nach Bunnemanns Angaben ein Warndreieck) gegen die Scheibe geschlagen habe. „Dem Mann ist der Frack gegangen“, schildert Brill die Situation aus der Sicht des Busfahrers.

Tatsächlich sei ein Feuerlöscher an Bord gewesen, dieser sei zuletzt im August 2013 geprüft worden, so Brill. Für seine Darstellung der Vorkommnisse am Unfallort könne der Busfahrer drei Zeugen aufbieten.

Unterdessen drängt der Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) auf eine „umfängliche Aufklärung“ der Geschehnnisse seitens der Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH). Das Unternehmen mit Sitz in Kassel hat den Auftrag für die Buslinie 40 an die Firma Brundig vergeben, die als Subunternehmer fungiert. Die RKH ihrerseits ist aber selbst nur Subunternehmer. Sie hat den Auftrag nach Auskunft von NVV-Sprecherin Sabine Herms von der Bietergemeinschaft Sallwey/Uhlendorff erhalten. Diese hatte die NVV-Ausschreibung gewonnen. 

Sollte sich der Vorfall so wie von dem Ersthelfer geschildert zugetragen haben, fordert der NVV laut Herms, „dass der Fahrer vom Dienst suspendiert wird und nicht mehr fahren darf“. Klarheit über den tatsächlichen Ablauf des Geschehens an dem Unfallort zwischen Holzhausen und Rothwesten werden möglicherweise die Aussagen von Zeugen bringen, darunter die Ersthelfer. Wie Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch am Montag auf HNA-Anfrage erklärte, erhalten sie eine Vorladung. 

Bei dem Termin würden sie auch ausdrücklich zu einer möglichen unterlassenen Hilfeleistung oder eventuellen Bedrohung des Busfahrers durch den Ersthelfer befragt. „Die Ergebnisse der Befragung werden der Staatsanwaltschaft vorgelegt“, sagte Jungnitsch. Diese werde dann entscheiden, ob ein Ermittlungsverfahren eröffnet werde. 

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