Vorwurf: Schimmel und Ratten in Fuldataler Flüchtlingsheim

Fuldatal. Verschimmelte Waschräume, Löcher in den Wänden und angeblich sogar Ratten: Bewohner des Flüchtlingsheims in Fuldatal-Ihringshausen erheben schwere Vorwürfe.

Als Beleg für die Zustände in der Unterkunft, die nach HNA-Informationen seit über 20 Jahren von der Bremer Firma Human Care GmbH betrieben wird, legt Thomas Aleschewsky (Kassel), Mitglied im Sprecherrat des Hessischen Flüchtlingsrats, zahlreiche Bilder vor. In der „Hessenschau“ im Hessenfernsehen waren am Dienstagabend zudem Handyaufnahmen aus dem schmucklosen Gebäudekomplex zu sehen, die den schlechten Zustand verdeutlichen sollen. Für Aleschewsky ist klar: Die Bedingungen in der Gemeinschaftsunterkunft - der einzigen privat betriebenen im Landkreis Kassel - sind menschenunwürdig.

In schlechtem Zustand: In dem Heim gibt es angeblich Löcher in den Wänden und schmuddelige Sanitäranlagen.

Gegenüber dieser Zeitung räumte Kreissprecher Harald Kühlborn Dienstagabend ein, dass das Flüchtlingsheim in Ihringshausen „nicht zu unseren besten Unterkünften gehört“. Den Vorwurf, die Bedingungen in dem Gebäude seien menschenunwürdig, wies Kühlborn dagegen mit Nachdruck zurück. Eine Ratte könne allenfalls außerhalb des Gebäudes gesichtet worden sein, so der Sprecher.

Auch ein angebliches Mini-Zimmer existiere nicht. Vielmehr handele es sich dabei um einen Abstellraum, den ein Asylbewerber aus dem Schwalm-Eder-Kreis illegal als Schlafplatz genutzt habe, so Kühlborn.

Bilder aus dem Fuldataler Flüchtlingsheim

Sich umgehend von dem Betreiber der Unterkunft zu trennen, wie es die Kritiker fordern, sei angesichts der steigenden Zahl der Flüchtlinge nicht möglich. Sollte sich die Situation allerdings entspannen, werde die Landkreisverwaltung eine Kündigung prüfen. Laut Kühlborn sind in Fuldatal-Ihringshausen gegenwärtig 130 Asylbewerber untergebracht. Ausgelegt sei das Heim für 150 Flüchtlinge. Insgesamt leben nach Angaben des Sprechers zurzeit 984 Flüchtlinge im Kreis, 335 davon in Privatwohnungen.

Von Peter Ketteritzsch

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