E-Mobilität und Digitalisierung

VW-Händler aus Fuldatal: Nachfrage nach Elektroautos steigt

+
Auftanken mit dem Kabel: Steffen Ullmann (links) wurde vom Autohaus Klein für den Werkstattbetrieb extra zum Hochvolttechniker ausgebildet. Das wird unter anderem vom Hersteller Volkswagen von den Händlern gefordert. Die Geschäftsführer Patrick Klein (hinten von links), Jürgen Klein, Jens-Uwe Klein und Dieter Klein sprechen aktuell von steigender Nachfrage nach E-Autos und Hybridfahrzeugen.

Fuldatal. E-Mobilität und Digitalisierung – diese beiden Themen will der Volkswagen-Vorstand in Wolfsburg allen VW-Händlern in Deutschland ins Stammbuch schreiben.

In den neuen Händler- und Serviceverträgen, die derzeit ausgehandelt werden und die ab dem Jahr 2020 gelten sollen, soll beides verankert werden. Doch, was bedeutet das für einen Händler in der Region? Dazu schauten wir uns im Autohaus Klein in Fuldatal-Ihringshausen um.

Für die vier Geschäftsführer des Familienunternehmens, Jürgen, Jens-Uwe, Dieter und Patrick Klein, läuft der Prozess hin zum E-Auto längst. 2014 habe man schon einen Vertrag zur E-Mobilität unterzeichnet, sagen sie. Daraufhin wurden zahlreiche Mitarbeiter für den Umgang mit Elektrofahrzeugen geschult – drei zertifizierte Hochvolttechniker gehören etwa dazu. Zwei feste und drei Mobile E-Ladestationen wurden angeschafft. „Wir müssen damit rechnen, dass jemand auch einfach nur zum Tanken herkommt“, sagt Dieter Klein zum weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur auf dem Firmengelände.

Wegen der staatlichen Förderung durch Umwelt- und Elektroprämie hat es laut Jens-Uwe Klein jüngst einen richtigen Schub bei der Kundennachfrage gegeben. „Wir haben für den Elektro-Golf jetzt schon Lieferzeiten bis Mai, Juni“, sagt er. Ein weiterer Sprung werde mit der neuen Modellfamilie I.D. ab dem Jahr 2020 kommen, sagt er.

Reichweite von bis zu 600 Kilometer

Der I.D., der auf der neu entwickelten MEB-Plattform (Modularer Elektrifizierungsbaukasten) vom Band rollt, soll immerhin eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern haben. Die MEB-Plattform wird dann übrigens im VW-Werk Kassel in Baunatal gefertigt. Die Vorbereitungen für die Produktion in der Halle 1 laufen auf Hochtouren.

Das zweite große Thema Digitalisierung könnte für die VW-Händler noch viel bahnbrechender sein. „Es wird kein Aufgabenfeld geben, wo das keine Rolle spielt“, sagt Patrick Klein. Denkbar sind künftig Mobilitätsdienste, die der Kunde individuell zu seinem möglicherweise geliehenen Auto dazu bucht. Das heißt, die Autos werden mit Komplettausstattung ausgeliefert. Das Navi mit den Karten für die Schweiz und Italien wird dann nur noch vor dem Italienurlaub dazu gebucht, das Schiebedach nur in den Sommermonaten und die Standheizung nur über den Winter frei geschaltet und bezahlt. Das Ganze könnte wie beim Smartphone durch die Luft geschehen – „Over the Air“, wie es bei VW heißt. Auch bei diesen Diensten wolle man auf jeden Fall den Fuß in der Tür haben, sagen die Geschäftsführer.

Das Autonome Fahren – also Fahrzeuge, die völlig selbstständig ohne Fahrer über die Straßen rollen –, sieht Jens-Uwe Klein allerdings noch in weiter Ferne. „Da sprechen wir über einen Zeitraum weit über 2030 hinaus“, sagt er.

Das Familienunternehmen mit 150 Beschäftigten will jedenfalls bei all diesen Themen mitmischen. Der Standort Fuldatal sei beim Hersteller Volkswagen gesetzt, sagt Patrick Klein zur anstehenden Vergabe der neuen Händlerverträge. Und Jens-Uwe Klein ergänzt: „Wir sind für die Marke VW ein wichtiger Standort.“ www.autohaus-klein.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.