Währungsmuseum in Rothwesten bekommt eine Heizung

Provisorium: Mit Industrieheizlüfter beheizten Hans-Hermann Trost (links) vom Vorstand des Fördervereins und Museumsleiter Bernd Niesel die Museumsräume bisher notdürftig. Fotos: Schräer

Fuldatal. Das Haus Posen in Rothwesten und mit ihm die historischen Räume des Museums Währungsreform 1948 bekommen eine Heizung.

„Damit endet eine lange Hängepartie“, sagt Museumsleiter Bernd Niesel. Denn mit dem Abzug der Bundeswehr Anfang 2007 wurde das zentrale Kesselhaus der ehemaligen Kaserne nicht mehr betrieben. Damit gab es auch für das Haus Posen keine Heizwärme mehr.

Der Förderverein, der das denkmalgeschützte Haus für einen symbolischen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übernahm, versucht seit Jahren, die Grundversorgung in der historischen Stätte wiederherzustellen. So baute man wegen fehlenden Wasseranschlusses einen Tank in den Keller, um mit Pumpen zumindest die Toiletten mit Brauchwasser versorgen zu können. Beheizt wurden die Ausstellungsräume mehr schlecht als recht durch zwei Industrieheizlüfter.

Deren Leistung reichte aber im Winter nicht aus, „dass sich eine Besuchergruppe hinsetzen konnte, um einen Vortrag zu hören“, sagt Niesel. Dennoch verursachten die Lüfter hohe Stromkosten, wenn die Räume leicht temperiert wurden.

Jetzt wird Abhilfe geschaffen. Über 20.000 Euro werden in eine neue Kesseltherme mit Gas-Brennwerttechnik investiert. Außerdem werde eine Regeltechnik installiert, die die Außentemperatur berücksichtige, sagt Stephan Kolossa aus Ihringshausen, dessen Firma die Heizung einbaut. Etwa 130 Meter an Rohrleitungen werden für Heizung, Wasser und Gas verlegt. Ansonsten hofft der Firmenchef, dass die vorhandenen Heizungsrohre, Heizkörper und Ventile dicht sind und verwendet werden können.

Läuft die Heizung, „werden wir in weiten Bereichen nur Frostschutz betreiben, alles andere ist zu teuer“, sagt Niesel. Museumsräume in Dach- und Erdgeschoss sowie das Café im Obergeschoss werden nur an Öffnungstagen und für Besuchergruppen auf Zimmertemperatur gebracht.

Mit dem Bau der Heizung sind die Rücklagen des Vereins aufgebraucht, sagt Vorstandsmitglied Hans-Hermann Trost. Aber ein nächster wichtiger Sanierungsschritt steht bevor. Um die Heizungswärme im Museum zu halten, sollen die zehn einfach verglasten Fenster der Dachgauben ausgetauscht werden. Trost: „Dafür brauchen wir 6500 Euro und die Hilfe durch Spender und Sponsoren.“

Museum erinnert an Konklave

Im Haus Posen wurden im streng geheimen Konklave die Voraussetzungen für die Währungsreform am 20. Juni 1948 in den drei Sektoren der Westalliierten erarbeitet. Seit 1994 erinnert das Museum in den historischen Räumen daran. Über 35.000 Besucher kamen seit Eröffnung 1994, 1200 kamen 2014. „Ohne Heizung halb so viele wie zu Bundeswehrzeiten“, sagt Leiter Bernd Niesel. Das Museum ist jeden 1. Samstag im Monat ab 13 Uhr geöffnet und nach Voranmeldung. (mic)

Kontakt: Bernd Niesel, Tel. 0561/8 20 24 42.

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