Wahl am Sonntag

SPD-Kandidatin fehlten 121 Stimmen bei Bürgermeisterwahl in Fuldatal

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Der Wahlkampf ist vorbei: Die Wahlplakate der beiden Kandidaten werden bald wieder abgehängt. Das Ergebnis der Wahl war so knapp wie selten zuvor. 

Fuldatal. So spannend war es selten. Am Ende reichte es bei der Bürgermeisterwahl in Fuldatal knapp für den Amtsinhaber Karsten Schreiber von der CDU. Er bleibt für weitere sechs Jahre Bürgermeister in Fuldatal. 

Als am Sonntagabend um Punkt 19 Uhr das Ergebnis des letzten Wahlbezirks einlief, wurde bei den meisten Anwesenden im Foyer des Fuldataler Rathauses erst einmal erleichtert durchgeatmet.Die Anspannung stand allen ins Gesicht geschrieben. Erst dann gab es Applaus für Karsten Schreiber, der mit knappen 51,2 Prozent als Bürgermeister wiedergewählt wurde.

Es war ein wesentlich schlechteres Ergebnis für den Christdemokraten als bei seinem Sieg vor sechs Jahren. Damals hatte er mit 64,2 Prozent klar gegen Klaus Exner (SPD) gewonnen. Jetzt trennten Schreiber und seine Herausforderin von der SPD, Stefanie Roß-Stabernack, gerade einmal 121 Stimmen. „So spannend wie am Sonntag war es lange nicht mehr“, sagte Wahlleiter Michael Thöne.

Aber nicht nur das Ergebnis des Amtsinhabers war wesentlich schlechter, als noch 2012. Bei der Wahl vor sechs Jahren hatten auch insgesamt deutlich mehr Wähler ihre Stimme abgegeben. Damals gingen 56,1 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne. Am Sonntag waren es noch nicht einmal 50 Prozent. Die Wahlbeteiligung sei bedauerlich, sagte Schreiber. Vor allem angesichts der Tatsache, dass zwei so unterschiedliche Kandidaten zur Wahl gestanden hätten.

Schaut man sich die Wahlbeteiligung der vergangenen vier Bürgermeisterwahlen an, so lässt sich jedoch ganz klar ein Trend entdecken – mit einem Ausreißer 2012. Seit 1994 gingen prozentual immer weniger Menschen zur Wahl. Waren es 1994 noch 55,4 Prozent, sank die Zahl bei der Wahl 2000 auf 53,1 Prozent und 2006 noch einmal auf 52,7 Prozent. Bei der Wahl 2012 stieg die Wahlbeteiligung. Vermutlich, weil damals Anne Werderich (FDP) nach zwei Amtszeiten in den Ruhestand ging und mit Schreiber und Exner die Bürger die Wahl zwischen zwei Kandidaten von den großen bürgerlichen Parteien hatten.

Damals erlebte die SPD eine herbe Niederlage. Umso erfreulicher war der Wahlausgang am Sonntagabend für Stefanie Roß-Stabernack. „Ein fantastisches Ergebnis“ hätte sie eingefahren, wurde sie von einem Anhänger am Wahlabend gelobt. 13 Prozent mehr als 2012 erreichte die SPD. Vor allem in den kleineren Ortsteilen konnte Roß-Stabernack punkten. Die Sozialdemokratin gewann einen von zwei Wahlbezirken in Simmershausen und die in Wilhelmshausen, Knickhagen, Wahnhausen sowie einen Briefwahlbezirk. Da sei vieles falsch gelaufen, sagte Roß-Stabernack. „Aber die Bürger sind auch unzufrieden damit, wie ihnen geantwortet und mit ihnen umgegangen wird.“ Das hätte sie während ihres Wahlkampfs immer wieder gehört.

„Was jetzt kommt, wird wehtun“, hatte Schreiber bei seiner Wahl vor sechs Jahren angekündigt. Die Wähler wussten, dass er mit dem Schuldenmachen aufhören wollte. Trotzdem haben sie ihn nun für seine Politik abgestraft. Die Wiederwahl ist auch eine Botschaft.

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