Unmut nimmt kein Ende

Wilhelmshäuser kritisieren Straßenbeiträge und legen Widerspruch ein 

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Kostenexplosion: Die Berliner Straße ist seit einigen Jahren fertig. Nun wurden die Bescheide versendet. Ursprünglich sollten die Arbeiten 316 000 Euro kosten, mit der Endabrechnung sind die Ausgaben auf 457 000 Euro gestiegen. 

Fuldatal. Die Anwohner in der Pommernstraße und der Schlesierstraße in Wilhelmshausen bekommen nach der Straßensanierung teilweise Geld zurück. Wer in der Berliner Straße wohnt, muss hingegen noch draufzahlen.

Das sorgt für Unmut und führt bei einigen älteren und alleinstehenden Menschen zu existenziellen Sorgen. „Acht Anlieger wollen gegen den Beitragsbescheid Widerspruch einlegen und gegebenenfalls auch klagen“, sagt Josef Simon, der selbst Eigentümer eines Grundstücks an der Berliner Straße ist. 

Die offenen Worte gegenüber unserer Zeitung sind aber nicht seiner eigenen finanziellen Belastung geschuldet. Er sorgt sich vielmehr um die Betroffenen im Dorf, für die der Bescheid ein „finanzielles Desaster“ ist. „Wir haben den Bürgermeister schon angesprochen, dass es auf lange Sicht so nicht weitergehen kann.“ Der Ruf nach mehr sozialer Gerechtigkeit wird laut.

Die Pommernstraße sei beispielsweise ein Siedlungsgebiet aus den 50er-Jahren, dort lebten mittlerweile viele Ruheständler ohne Einkommen und ohne Chance auf einen Kredit. Im Wiesenpfad, wo aktuell neue Kanäle gelegt werden, weiß Simon von einer 89-Jährigen, die die Beiträge kaum wird aufbringen können. Die Gemeinde sei keine „bürgernahe Verwaltung“. 

Nächste Baustelle. Aktuell wir der Wiesenpfad saniert. Einige Grundstücke grenzen auch an die Berliner Straße. Die Anlieger werden erneut Straßenbeiträge zahlen müssen.

Statt die Wilhelmshäuser zu informieren, warum die Beiträge dermaßen von früheren Berechnungen abweichen, werde nur gesagt, dass die ursprüngliche Berechnung nicht korrekt gewesen sei. Das bestätigt auch Hans Kosub, der selbst Geld von der Gemeinde zurückbekommt, die anderen Anlieger aber unterstützt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Er und einige andere Wilhelmshäuser waren im Rathaus, um die Beitragsbescheide zu prüfen. „Wir sind aus eigenem Engagement auf die Gemeinde zugegangen.“

„Die verhalten sich wie eine Obrigkeit. Ich habe das Gefühl, die wollen uns etwas unterjubeln“, sagt Simon. In den neuen Bescheiden seien Grundstücke plötzlich mit anderen Geschossflächenzahlen berechnet worden, begründet er seine Aussage. Dadurch gebe es auch ein Ungleichgewicht innerhalb einer Straße.

Die Anlieger sagen, dass sie bislang nicht von Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) darüber informiert wurden, dass die frühere Bürgermeisterin Anne Werderich (FDP) seinerzeit Fördergeld eingerechnet hat, dass nur für den kommunalen Anteil verwendet werden darf. 

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