Wilhelmshausen: Empfangsmast kommt an Rand des Gehwegs

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Noch mitten auf dem Gehweg: Der Empfangsmast der Firma ACO in Wilhelmshausen soll Richtung Zaun versetzt werden. Die gelbe Markierung im Vordergrund weist auf den Grenzstein zwischen öffentlicher Fläche und dem Privatgrundstück hin.

Fuldatal. Ein Mast mitten auf einem Bürgersteig? Mancher Wilhelmshäuser rieb sich verwundert die Augen. Jürgen Holzbrecher, Anlieger der Straße Am Fabesberg, fühlte sich gar an Schilda erinnert.

Seit über drei Monaten versperrt der Mast Fußgängern den Weg. Bis Ende April soll er laut Armin Reiting vom Bauamt der Gemeinde so versetzt werden, dass auch Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen den Bürgersteig wieder nutzen können.

Den Mast hatte die Kasseler Firma ACO aufgestellt. Er dient zum Empfang von Funksignalen für die Breitband-Versorgung Wilhelmshausens. Ein zweiter Empfangsmast steht im Ortsteil im Bereich des Friedhofs.

ACO kooperiert mit dem Landkreis Kassel und den jeweiligen Kommunen, um bisher unterversorgte Gemeinden und Ortsteile mit schnellem Internet zu versorgen. So auch in Wilhelmshausen.

Warum der Mast mitten auf den Gehweg gesetzt wurde, kann Wilfried Fürst nicht verstehen. Dem 69-Jährigen und dessen Ehefrau gehört das angrenzende Grundstück. Genau genommen liegen auch der halbe Bürgersteig, die beiden Kästen für die Technik von Telekom und ACO sowie ein Teil des Fundamentes vom Empfangsmast auf ihrem Grund und Boden.

Mit ACO habe die Familie einen entsprechenden Gestattungsvertrag abgeschlossen, sagt der Pensionär. Daher habe er auch nichts dagegen, wenn der Mast, der jetzt auf der Grenze stehe, weiter auf sein Grundstück wandere. Wo er ursprünglich auch hin sollte, meint Fürst. Denn vor dem Bau sei ein Kreuz für den Standort des meterhohen Metallstabes direkt an seinem Zaun markiert worden.

Dorthin, an den Rand des Gehweges, sollte die Halterung für die Antenne nach Ansicht der Gemeinde von Anfang an, betont Reiting. ACO habe aber entschieden, auf das öffentliche Gelände zu gehen. Damit kam der Mast mitten auf den Gehweg, womit die Gemeinde nicht einverstanden war. Die Verhandlungen mit ACO, die Empfangseinrichtung etwa 50 Zentimeter zu versetzen, „haben sich etwas hingezogen“, sagt der Mann vom Bauamt. Jetzt gebe es „eine einvernehmliche Lösung“.

Man habe den Mast nicht auf Privatgrund stellen wollen, sagt ACO-Geschäftsführer Klaus Peter von Friedeburg. Jetzt gebe es ein neues Fundament im Bereich des Gehwegrandes, werde ein neuer Mast gesetzt und dann die Antenne umgehängt. Maximal eineinhalb Tage werde dies dauern. Beeinträchtigung bei der DSL-Versorgung werde es nicht geben. 6000 bis 7000 Euro koste ACO die Maßnahme, für die noch kein Termin feststehe, sagt von Friedeburg.

Von Michael Schräer

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