Kleines Geschäft trotzt Schwierigkeiten

Zukunft des Dorfladens Simmershausen ist gesichert

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Betrieb läuft übergangslos weiter: Zum 1. April übergibt Gisela Rueppell die Leitung des Dorfladens in Simmershausen an Thomas Meyer und Nicole Söhngen (nicht im Bild).

Fuldatal. Wenn im Dorfladen in Simmershausen die Türglocke einen Kunden ankündigt, dann ist Gisela Rueppell zur Stelle - noch. Vor eineinhalb Jahren hat sie das Lädchen in der ehemaligen Seeger Scheune an der Kasseler Straße eröffnet, nun zieht sie sich aus dem Geschäft zurück. Mit dem Dorfladen aber geht es weiter.

Auf die Möglichkeit, im Ort Lebensmittel einkaufen zu können, müssen die Simmershäuser künftig nicht verzichten. Mit Thomas Meyer und Nicole Söhngen stehen zwei neue Geschäftsführer parat. Sie werden den Dorfladen ab dem 1. April betreiben.

Entstanden ist der kleine Lebensmittelmarkt im Rahmen der Dorferneuerung. Als er im Oktober 2012 eröffnet wurde, war der Andrang groß. Viele Simmershäuser freuten sich darüber, dass sie sich mit den wichtigsten Lebensmitteln nun im Ort versorgen konnten. Seitdem hat Gisela Rueppell viel Arbeit und Energie in ihr Geschäft gesteckt, auch an der IHK-Studie hat sie sich beteiligt.

Nun gibt die 63-Jährige das Ruder aus der Hand. „Ich ziehe mich aus persönlichen Gründen zurück“, erklärt Rueppell. Mit einigen Kunden hat sie bereits über den Wechsel gesprochen, und die sind erleichtert, dass der Laden erhalten bleibt. „Meine Stammkunden freuen sich sehr, dass es weitergeht.“ Dabei spielt neben der Versorgung mit Lebensmitteln auch der soziale Aspekt eine Rolle. Denn das Geschäft bietet auch immer die Möglichkeit für ein kleines Schwätzchen.

Eine Arbeitsatmosphäre, die Thomas Meyer zu schätzen weiß. „Das macht unheimlich viel Spaß, wenn die Kunden kommen und sich freuen, dass es den Laden gibt“, erklärt der 47-Jährige, der zuvor einen Kiosk mit Gastronomie in Niedervellmar geleitet hat. Er weiß aber auch um die Herausforderungen, denen sich Betreiber von Dorfläden stellen müssen. Um wirtschaftlich auf gesunden Füßen zu stehen, braucht es genügend Kunden, die regelmäßig einkaufen. Mit ein paar vergessenen Kleinigkeiten hier und da ist es nicht getan.

Ein großes Problem liegt laut Meyer darin, dass die kleinen Dorfläden beim Einkauf dieselben Mindestmengen abnehmen müssen, wie andere weit größere Geschäfte mit einem deutlich höheren Umsatz. Gerade bei verderblichen Produkten sei es schwierig, die Menge der Ware im notwendigen Zeitraum weiterzuverkaufen.

Den Herausforderungen wollen sich Meyer und seine Kollegin Söhngen stellen. „Die Lage des Ladens ist gut, er ist mit 160 Quadratmeter Verkaufsfläche groß genug und in einem sehr guten, modernen Zustand“, zeigt sich Meyer zuversichtlich. Zudem sei Simmershausen groß genug, um einen Dorfladen rentabel betreiben zu können.

„Wir geben unsere ganze Kraft und wollen neue Wege versuchen“, sagt er. So soll es künftig einen Hermes-Shop im Dorfladen geben, die Café-Ecke wird umgebaut und die Öffnungszeiten werden erweitert. Zudem wollen Söhngen und Meyer das Sortiment aufstocken, etwa im Bereich Zeitungen und Getränke. Regionale Produkte wird es weiterhin geben, ebenso wie den Lieferservice.

Info: Ab April stehen die Ladentüren des Dorfladens in Simmershausen von montags bis freitags durchgehend von 7 bis 18 Uhr offen und am Samstag von 7 bis 13 Uhr.

Von Meike Schilling

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