Tag der Astronomie in der Sternwarte Rothwesten

Trotz Wolken tiefe Einblicke in die Sonne

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Das Team der Sternwarte: Ralf Gerstheimer, Angelika Spitzer-Klinger, Martin Hämmerling und Marcus Schüler mit seiner Tochter Leonie waren zufrieden über die Besucherzahl.

Fuldatal . Zum Tag der Astronomie öffnete die Volkssternwarte Rothwesten am Samstag ihre Türen und ermöglichte den Besuchern einen Blick durch das Teleskop. Der Tag sollte ganz im Zeichen des Kometen C/2011 L4 PanStarrs stehen, der ab Mitte März in Deutschland sogar mit bloßem Auge erkennbar sein soll.

Auch der Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems, sollte in guter Beobachtungsposition liegen. Doch die Wolken machten den Hobbyastronomen einen Strich durch die Rechnung. Entmutigen ließen sich die Sternenfreunde trotzdem nicht. Ralf Gerstheimer zeigte den Besuchern, was man mit einem Spektroskop alles herausfinden kann. Nötig ist hierzu eine Lichtquelle.

Die zehnjährige Leonie Schüler versuchte ihr Glück: Beim Blick durchs Teleskop konnte sie dieses Mal leider nichts sehen. Erfolgreicher war der Blick durch das Spektroskop.

Zwar war es bewölkt, aber für Messungen mit dem Spektroskop reichte die Kraft der Sonne, die sich durch die Wolken schob, völlig aus. Mithilfe des Spektroskops wird das Licht der Sonne in sein Spektrum zerlegt. In diesem verlaufen die sogenannten Fraunhofer Linien. Je nachdem in welchem Bereich sie verlaufen, zeigen sie an, um welche chemische Eigenschaft es sich handelt. Folglich lässt sich die Zusammensetzung eines Himmelskörpers erschließen. „Im gelb-orangen Bereich ist eine der Linien zu sehen“, erklärt Ralf Gerstheimer. „Anhand von Tabellen lässt sich nun ablesen, dass es sich hierbei um Natrium handelt.“

In der Astronomie finden Spektroskope eine vielseitige Anwendung. Durch sie lässt sich nicht nur bestimmen, welche chemischen Eigenschaften ein Planet hat, sondern auch dessen Alter, Temperatur und die Distanz zur Erde. Auch zur Unterscheidung, ob es sich tatsächlich um eine Sonne handelt oder lediglich um eine Gaswolke, zieht man Spektroskope heran.

Besonders erfreut war Angelika Spitzer-Klinger, die Tochter des Erbauers der Sternwarte, über die Vielzahl an jungen Gästen. Rund 40 Besucher sind trotz bewölktem Himmel auf der Sternwarte gewesen. „Das zeigt, dass das Interesse durchaus da ist“, erklärte Angelika Spitzer-Klinger.

Im September dieses Jahres wird das 50-jährige Bestehen der Sternwarte gefeiert. Die Planungen für das Programm sind bereits im Gange. Bis dahin bietet die Sternwarte Interessierten jeden Samstagabend bei klarem Himmel die Chance, einen Blick durch das Teleskop zu werfen.

Von Mareen Knauth

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