Fuldatal will das Stromnetz: Knappes Votum für Kooperations-Modell

Fuldatal. Auch die Gemeinde Fuldatal ist dabei. Mit denkbar knapper Mehrheit von einer Stimme beschlossen die Gemeindevertreter am Mittwoch Abend, dem Verbund von Kreiskommunen beizutreten, um das eigene Stromnetz zu übernehmen.

Somit sind es jetzt 16 Kommunen, die gemeinsam ein Versorgungswerk gründen wollen, an dem sie 51 Prozent halten und Kooperationspartner Eon Mitte 49 Prozent. Der Energiekonzern soll im Sinne der Kommunen die Netze betreiben.

Nach der Entscheidung im Parlament stellte Bürgermeisterin fest: „Mein Widerspruch hat sich damit erledigt.“ Den hatte sie nach der September-Sitzung eingelegt, nachdem sich keine Mehrheit für ihre Vorlage gefunden hatte, aber auch kein alternativer Beschluss über die Zukunft der Stromnetze oder ein Konzessionsvertrag über die Stromversorgung beschlossen worden war.

CDU und Grüne dagegen

Die CDU-Fraktion wiederholte ihre Kritik vom September. Eine Übernahme der Netze berge zu große Risiken, wegen nicht kalkulierbarer Investitionen. Und auch die Grünen sahen keine neue Sachlage. Sie forderten eine neue Ausschreibung mit dem Ziel, ein kleineres Versorgungswerk zu bekommen ohne den Eon-Konzern. Dann, so die Ansicht der Grünen, habe Fuldatal den Einfluss, den sich zum Beispiel die SPD von der großen Lösung erhoffe.

Dies sah die angesprochene Fraktion anders. Mit der Mehrheit im Versorgungswerk hätten die Kommunen den entscheidenden Einfluss. Den wolle auch Fuldatal nutzen, um mitzubestimmen, mitzugestalten und zu verdienen. Dies unterstützten FDP und FWG.

FWG schwenkt um

Letztere hatten im September noch anders votiert. Denn man sehe keine Chancen, dass Eon Mitte als Noch-Eigentümer der Netze, diese ohne Rechtsstreit komplett abgebe. Bisher seien derartige Gerichtsverfahren zugunsten der Eigentümer ausgegangen, meinte die FWG und sorgte mit ihren zwei Stimmen für die hauchdünne Mehrheit für die Vorlage der Bürgermeisterin. (mic)

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