Rengershäuser diskutierten über die Folgen von VW-Cross Dock und OTC-Erweiterung

Furcht vor Lkw-Verkehr

Großbaustelle aus der Vogelpersoektive: Hier – am Heisterhagen – entstehen für VW das Logistikzentrum Cross Dock und die Erweiterungsflächen des OTC 4 (links im Bild). Vorn die Wolfsburger Straße, rechts hinten die Guntershäuser Straße. Das Luftbild entstand vor knapp zwei Wochen. Foto: Prall

Baunatal. . Die Würfel sind bereits gefallen. Das Volkswagenwerk Baunatal erweitert im Heisterhagen sein Original-Teile-Center (OTC) 4. Das außerdem geplante Cross Dock ist schon im Bau. Das mag ein Grund dafür sein, warum nur etwas mehr als 20 Bürger aus Rengershausen auf Einladung des Grünen-Ortsverbands Baunatal am Donnerstagabend in der Gaststätte Wicke über die Folgen der Fabrikerweiterung für das Dorf diskutieren. Motto: „Rengershausen - im Schatten von VW“.

Dabei wurde vor allem die Sorge deutlich, dass die Einwohner noch mehr unter dem Lärm und Dreck schwerer Lastwagen leiden könnten.

Hans-Bernd Siewers vom OTC sagte, dass maximal 200 Lastwagen das neue Cross Dock anfahren würden. Dazu kämen noch fünf bis sechs Lkw pro Stunde, die die Teile von der neuen Umschlaghalle ins das Werk transportierten. Das seien die neuesten und leisesten Fahrzeugmodelle, versicherte der VW-Vertreter. Man stelle durch die Verkehrsführung am Cross Dock sicher, dass die Lkw bei der Weiterfahrt nicht nach Guntershausen oder Rengershausen abbiegen können, sondern zum Kreisel in Kirchbauna zurückfahren müssen.

Mit dieser Auskunft stieß Siewers jedoch bei mehreren Diskussionsteilnehmern auf Skepsis. Es gebe jetzt schon viele Lkw-Fahrer, die das grundsätzliche Durchfahrtverbot für Rengershausen nicht beachteten. Einige führen durch Rengershausen, um an der Westfalen-Tankstelle zu frühstücken oder sich für die Lkw-Maut einzuloggen, meinte Joachim Vehring. Vor allem im Winter ließen die Brummi-Fahrer die Standheizung laufen, sagte Achim Gerland und fügte hinzu: „Den Ruß bekommen wir ab.“

Auch Dieter Gibhardt befürchtet mit der Inbetriebnahmen des Cross Dock mehr Lastwagenbetrieb. An der Salzgitterstraße hinterließen die Fahrer schon jetzt ihren Abfall und verrichteten ihre Notdurft im Freien. Die von VW vorgesehenen 30 Lkw-Parkplätze seien viel zu wenig. Das bestritt Siewers.

Neben dem Verkehr waren die Auswirkungen für die Luftqualität, für die Landwirte und für die Natur Themen der Diskussion, die Grünen-Fraktionschef Edmund Borschel leitete. Es gebe durchaus Bedarf, diese Eingriffe abzumildern, sagte Otto Löwer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Der BUND habe sich im Genehmigungsverfahren wegen mangelnder Erfolgsaussichten nicht gemeldet. „Der Name VW zieht stark“, sagte Löwer. Fotos:Dilling 

Von Peter Dilling

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