Bürgermeisterin Regina Heldmann wollte Bühl attraktiver machen – Ihr Vorschlag stieß auf breite Kritik

Futuristische Pläne für Café scheiterten

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Café über dem Bühl: Diesen Entwurf des Ahnataler Architekturbüros Karampour & Meyer präsentierte 2005 die damalige Bürgermeisterin Regina Heldmann der Öffentlichkeit.

Eine ganz andere Idee, als die vorhandene Bausubstanz mehr oder weniger zu sanieren, hatte Mitte 2005 die Vorgängerin von Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU), Regina Heldmann (SPD).

Ihr schwebte eine architektonische und gastronomische Attraktion für den Bühl vor: ein futuristisches Café. Der Vorschlag sorgte für heftige Diskussionen und viel Kritik im Ort.

Nach den Plänen des Ahnataler Architekturbüros Karampour & Meyer sollte das Bauwerk gewissermaßen über dem Wasser schweben. Der Eingang sollte sich an der nördlichen Seite des Sees befinden, etwa in Höhe des Minigolfplatzes. Von dort sollte eine 35 Meter lange und zehn Meter breite Konstruktion aus Stahlbeton und Glas, das mit barocken Ornamenten verziert sein sollte, in Richtung Wasser führen.

Seinen Abschluss fand das transparente Bauwerk, das an einen Hochgeschwindigkeitszug erinnerte, nach den Plänen der Architekten in einer Terrasse. Dort sollten Besucher zehn Meter über dem Bühl ihren Kaffee genießen. Getragen wurde das Gebäude von einer Konstruktion, deren Elemente Schilfrohren nachempfunden waren.

In dem schwebenden Café sollten bis zu 100 Gäste Platz finden. Die Baukosten waren mit maximal einer Million Euro beziffert worden. Einen Investor gab es für das Projekt aber nicht.

Mit ihrem Vorschlag ging es Heldmann nach eigenem Bekunden nicht nur um den Bühl, sondern um die Entwicklung der Gemeinde insgesamt. Heldmann setzte auf Tourismus, wollte mit dem Projekt von einem Boom bei Besuchern profitieren, der seinerzeit die Stadt Kassel erfasst hatte. Dafür brauche Ahnatal eine Initialzündung wie das Café am Bühl.

Daraus wurde nichts. Zahlreiche Einwohner und die große Mehrheit der Gemeindevertreter kritisierten, dass mit dem Café der Charakter des Bühl verloren gehe. Auch ihre Parteikollegen aus Weimar gingen zu Heldmann auf Distanz. Schließlich einigte man sich im Parlament darauf, ein Gesamtkonzept für den Bühl zu erstellen in Zusammenarbeit mit der Uni Kassel. Verändert hat sich seitdem am Bühl wenig: Bäume wurden zurückgeschnitten. (mic)

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