Kant-Chor aus Gusev begeisterte zum Ende der Espenauer Kulturtage

Ganz edle Gesangskultur

Überzeugte in der Mönchehofer Kirche: Der Kant-Chor aus dem russischen Gusev. Foto: Brandau

Espenau. Die Espenauer Kulturtage gingen mit einem Chorkonzert zu Ende, und es war noch einmal ein Höhepunkt: In der vollbesetzten Mönchehofer Kirche ließen sich die vielen Menschen bezaubern von stilistisch und inhaltlich vielfältigem Chorgesang - meisterhaft dargeboten von den 16 Sängerinnen und Sängern des russischen Kant-Chores aus Gusev (Kaliningrader Gebiet, ehemals Ostpreußen).

„Otsche nasch“, das russische Vaterunser, das „Abendmahl“ und „Muttergottes“ waren Gesangsstücke, wo das russische pianissimo so unverwechselbar zu Gehör kommt. Mit „Komm, sag es allen weiter“, „Amazing grace“ und „Heaven is a wonderful place“ demonstrierten die Russen, dass sie auch internationales Liedgut beherrschen - dabei stand einmal nicht das Rhythmusbetonte der Gospels im Vordergrund, sondern die edle Gesangskultur, die die differenzierten Liedsätze zu kleinen Kunstwerken werden ließ.

Tribut an Ostpreußen

Ein Tribut an die, die sich mit Ostpreußen verbunden fühlen, war das Lied: „Land der dunklen Wälder“ und natürlich das obligatorische „Ännchen von Tharau“ - wenn die Russen solches singen, beflügelt einen der Gedanke, wie bezaubernd doch Volkslieder sein können!

Regelrechte Begeisterungsstürme erregten dann aber doch die typisch russischen Folklore-Beiträge: Wenn zu dem vor Lebensfreude sprühenden Gesang auch Pfiffe und Begeisterungsschreie ertönten (die gehörten zur Musik!) und Juri seine flinken Finger über die Tastatur des Akkordeons flitzen ließ, dann mochte man immer mehr hören - und ein paar Zugaben wurden dann auch geboten.

Chorleiterin Tatjana Matweewa hatte mit strenger Hand und strengen Blicken alle ihre Sänger fest im Griff und Dolmetscherin Vera Kurnosova erzählte zwischendurch ganz sympathisch die Geschichten der Lieder und die Anekdoten des Chores.

Das Konzert, das anderntags in Vellmar-West gegeben wurde, stand ganz unter dem Vorzeichen des Gedenkens an Christina Steiner, der langjährigen Förderin des Chores, die nicht nur viele Konzerte organisiert hatte, sondern auch Ferienaufenthalte für russische Kinder aus Gusev. Sie starb Anfang dieses Jahres.

Weitere Auftritte des Kant-Chores: Montag, 19. September, 19 Uhr, Wellerode, Dienstag, 20. September,19 Uhr in Kirchbauna, jeweils evangelische Kirche.

Von Angelika Großwiele

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