Nach der Sanierung des Gebäudes in Simmershausen wird neues pädagogisches Konzept umgesetzt

Die ganze Schule ist ein Klassenraum

Neue Bleibe: Mara Brechtken und Paul Mehler haben viel Spaß in den neuen Räumen der Betreuung.

FULDATAL. Es ist zehn Uhr morgens. Im Schulgebäude der Grundschule Simmershausen ist es erstaunlich still, obwohl in den Klassenräumen und der neu gestalteten Lernlandschaft der Unterricht auf Hochtouren läuft. „Das ist zum einen wohl noch so eine Art Ehrfurcht vor den neuen Räumlichkeiten“, sagt Achim Kessemeier. Zum anderen mache sich aber auch die neue Lernumgebung positiv bemerkbar.

„Der Raum ist der dritte Pädagoge“, erinnert der Schulleiter an die bekannte pädagogische Weisheit, die neben den Mitschülern und dem Lehrer auch der Lernumgebung eine wesentliche Rolle im Lernprozess einräumt. „Atmosphäre und Architektur, also eine gut gestaltete und intelligent vorbereitete Umgebung, sind für Lernerfolge entscheidend.“

Dass diese Kriterien nach der zwölfmonatigen Sanierung an der Simmershäuser Grundschule erfüllt worden sind, bestätigen die Schülerstimmen, die auf einem bunten Plakat festgehalten wurden. „Ich finde die Räume schön, weil sie grün sind“, ist da beispielsweise zu lesen. Auch der neue Computerraum kommt gut bei der Schülerschaft an.

So wie bei Max Rühl. „Ich finde das alles ganz toll. Super ist aber auch, dass wir jetzt noch einen zusätzlichen Raum zum Klassenraum dazubekommen haben.“ Der Siebenjährige meint damit die neuen, großzügig gestalteten Lernlandschaften, in denen die Kinder zusätzlich zu allen Angeboten im Klassenraum lernen können und dürfen. Begeistert zeigt sich auch Maja Weber. „Ich lese gern in der Lese-Ecke oder male im abgetrennten Bereich.“

Die Lernlandschaften wurden durch das Lehrer-Kollegium bereits vor längerer Zeit hinsichtlich der Materialausstattung geplant. Entstanden sind Mathe-Bereiche, in denen viele zusätzliche Lernmaterialien vorhanden sind, sowie Lese-Ecken mit Rückzugsmöglichkeiten. Auch Sachunterrichts-Bereiche und diverse rollbare Tische bieten Raum für Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten oder Einzelarbeiten. Im großen Garderobenbereich davor streifen die Schüler mit ihren Schuhen gleichzeitig die Außenwelt symbolisch ab, um in die ganz besondere Lernwelt einzutauchen.

„Die Lernlandschaften sind für alle Beteiligten von Vorteil“, so Kessemeier. Neben den Schülern profitierten auch die Lehrer von der intensiven Zusammenarbeit mit dem Kollegium. Auch aus Landkreissicht seien die Lernlandschaften interessant: „Schließlich werden hier die Materialien von allen gemeinsam genutzt und müssen nicht für jeden Klassenraum separat angeschafft werden.“

Die Vorstellung, Klassenräume so groß wie irgend möglich zu gestalten, damit sie ausreichend Stauraum und Platz für Aktionen haben, hält der 54-jährige Rektor für überholt. „Vielmehr sollte die ganze Schule ein großer Klassenraum sein und als Haus des Lernens begriffen werden. Daher bin ich sehr dankbar, dass der Landkreis als Schulträger sich auf das neue Konzept eingelassen und eine Schule errichtet hat, an der dieses möglich wird.“

Von Martina Sommerlade

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