Fuldatal will Gebühren für Kitas neu festlegen – Bürgermeister: Gerechter verteilt

Ganztagsplatz wird teurer

Werden auch in den Ferien betreut: Emanuel (von links), Leonard, Julian, Silas, Lina und Louis auf Spielgeräten auf dem Gelände des Kindergartens Simmershausen. Foto: Schräer

Fuldatal. Die Kinderbetreuung in den fünf Einrichtungen der Gemeinde Fuldatal soll umgestellt werden mit Auswirkungen auf die Betreuungszeiten und die Gebühren. Dies sieht eine Vorlage der Verwaltung vor. Danach würde ein Halbtagsplatz billiger, ein Ganztagsplatz teurer.

Insgesamt seien die Betreuungsgebühren aber gerechter verteilt, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Denn künftig kalkuliere die Gemeinde mit einem Betrag von umgerechnet einheitlich 1,20 Euro pro Betreuungsstunde. Bisher zahlten Eltern für einen Ganztagsplatz „deutlich unter einem Euro pro Stunde“. Für eine Teilzeitbetreuung würden hingegen derzeit über 1,50 Euro pro Stunde fällig, sagt Schreiber.

Eigentlich sollten die Neuerungen in den Kindergärten bereits ab September gelten. Daraus wurde nichts, nachdem die Gemeindevertretung in der Junisitzung eine Entscheidung auf Antrag der Grünen vertagte. Damit wurde auf Proteste von Eltern an den Gebühren reagiert. Außerdem bestehe noch Informationsbedarf auch bei den betroffenen Familien, hieß es.

Inzwischen hat der Bürgermeister an alle Kita-Eltern einen Brief zu den Änderungen verschickt. Außerdem sollen in einer Vollversammlung die Änderungen erläutert werden. Diese finde in der zweiten Septemberhälfte statt, sagt der Bürgermeister. Im November werde die Gemeindevertretung das Thema erneut behandeln. Bei Zustimmung könnten die Neuerungen ab Januar 2015 gelten.

Mit diesen gehe auch eine qualitative Verbesserung in den Kindergärten einher, betont der Bürgermeister. Denn nach Abstimmung mit den Elternbeiräten der Kitas „wollen wir künftig nach dem Bildungs- und Erziehungsplan des Landes arbeiten“. Es gebe auch die gleichen Zeitfenster für Betreuungsstunden, diese seien aber anders in Gruppen sortiert. Auf Wunsch von Eltern seien Früh- und Spätbetreuung jetzt halbstündig buchbar. Und man komme den Eltern entgegen, indem man die als erforderlich angesehenen Gebührensätze erst in Stufen erhebe, verteilt auf zwei Jahre.

Unterm Strich zahlt die Gemeinde mit den neuen Gebühren drauf, rechnet der Bürgermeister vor. In der Summe zahlten die Eltern aller Kitas im Jahr – es werden elf Monate berechnet – einschließlich der zweiten Stufe der Erhöhung vier Prozent mehr. Allein die Tariferhöhung für die Beschäftigten in den Kitas mache sechs Prozent aus. Dadurch steige der Zuschuss der Gemeinde weiter.

Dennoch wolle man die Regelung für Geschwisterkinder beibehalten, nach der für das erste Geschwisterkind 50 Prozent Rabatt gelten und das dritte kostenfrei ist. Karsten Schreiber: „Wenn sich eine Gemeinde mit 12 000 Einwohnern das nicht mehr leisten kann, können wir das Buch zumachen.“ KOMMENTAR,

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Von Michael Schräer

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