Lebendige Adventskalender in vier Stadtteilen verkürzen das Warten auf Weihnachten

Garagentore statt Türchen

Das verschwundene Kind: Beate Fey (von links), Maren von der Ehe und Alexander Pawlik hören der Geschichte von Gudrun Schier genau zu.

Baunatal. Der leuchtende Stern, der im Fenster eines Hauses im Klackerweg in Guntershausen hängt, ist schon von weitem zu sehen. In der Mitte ist die Nummer acht zu lesen. Die Zahl steht nicht für die Hausnummer, wie vielleicht viele Spaziergänger vermuten, sondern sie zeigt an, dass hier das achte Türchen geöffnet wird.

In den Kirchengemeinden Rengershausen und Guntershausen wird das Warten auf Weihnachten mit einen lebendigen Adventskalender verkürzt. Jeden Abend wird in einem der beiden Stadtteile bei einem Haus eine Tür – meistens in Form eines Garagentores – geöffnet. Dahinter verbirgt sich jeweils eine Adventsüberraschung.

Gespannt warten rund 20 Menschen vor dem Haus der Familie Wollrath im Klackerweg 6. Beim Öffnen der mit vielen Kerzen beleuchteten Garage schlägt den Gästen schon ein leckerer Duft von Punsch und Glühwein entgegen. Der musikalische Beitrag von Sina (13) und Sarah (16), den Töchtern des Hauses, rundet die weihnachtliche Stimmung ab. Bei den ersten Tönen von „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ stimmen die Gäste sofort mit ein. „Es ist trotz Kälte immer sehr schön“, findet Besucherin Tanja Norwig (35), die mit Tochter Lotte (8) gekommen ist. Damit meint sie nicht nur diese Adventsüberraschung.

Am Abend zuvor zum Beispiel sorgten die Kleinen der Kindertagesstätte Rengershausen für weihnachtliche Stimmung. Am Nikolaustag waren die Bewohner des Marie-Behre-Heims an der Reihe, die weihnachtliche Geschichten vorgelesen haben.

Auch in der evangelischen Kirchengemeinde Kirchbauna-Hertingshausen gibt es jeden Abend an einem anderen Haus ein Adventstürchen zu öffnen, hinter dem sich eine Überraschung verbirgt. Am Abend des achten Dezember ähnelt die Garage von Gudrun Schier und Änne Krug in Kirchbauna einer Weihnachtskrippe. 15 Leute hören bei Glühwein und Stollen unter anderem die Geschichte vom verschwundenen Kind und singen gemeinsam Weihnachtslieder.

„Eine tolle Idee. So kommt man mit anderen Dorfbewohnern in Kontakt“, sagt Alexandra Pawlik (35). Das findet auch Gastgeberin Gudrun Schier. „Ein guter Grund, um in der Adventszeit mit anderen Menschen aus der Gemeinde zusammenzukommen“, sagt die 50-Jährige. Besonders freuen sich alle auf das 24. Türchen. Da gibt es im Kindergottesdienst ein Krippenspiel in der Elisabethkirche in Hertingshausen.

Nun bleibt abzuwarten, welche Adventsfreuden sich noch hinter den anderen Türen verbergen. TERMINE

Von Tina Hartung

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