Merten-Jäger-Haus in Helsa wird wieder aufgebaut – Brandstifter konnte bisher nicht ermittelt werden

Gebäude verschlingt 400 000 Euro

Verkehr kann wieder fließen: Die halbseitige Sperrung der Berliner Straße am Merten-Jäger-Haus ist beendet. Das historische Fachwerkhaus wird nach dem verheerenden Brand jetzt wieder aufgebaut. Foto: Schindler

Helsa. Das bei einem Brand schwer beschädigte Merten-Jäger-Haus in Helsa wird wieder aufgebaut, 400 000 Euro wollen die Eigentümer nach eigenen Angaben investieren.

Wer Anfang Juli den verheerenden Brand in dem historischen Gebäude an der Berliner Straße gelegt hat, ist unbekannt. Es konnte „kein dringend Tatverdächtiger ermittelt“ werden, teilte Polizeisprecherin Sabine Knöll auf Anfrage mit.

Wie berichtet gehen die Experten des Landeskriminalamts in Wiesbaden aufgrund der Spuren von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Proben des Brandschutts seien sichergestellt worden und würden bei der Untersuchungsstelle gelagert.

Ob sie auch untersucht werden, das müsse der Staatsanwalt entscheiden. Die Ermittlungsakte werde jetzt fertiggestellt und dann an die Staatsanwaltschaft Kassel weitergeleitet. Dort werde darüber befunden, ob es weitere Ermittlungen geben soll oder das Verfahren eingestellt wird. Auf vorsätzliche Brandstiftung steht eine Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren.

Indessen haben die Aufräumarbeiten im ausgebrannten Merten-Jäger-Haus begonnen. Nachdem das Gebäude gegen Einsturz gesichert ist, wird nun der Brandschutt rausgeräumt.

„Innen ist alles verbrannt“, sagt Franz Ullwer, der das Gebäude im vergangenen Jahr an seinen Sohn verkauft hat. Gemeinsam wolle man das historische Fachwerkhaus wieder auf Vordermann bringen. „Wir müssen 400 000 Euro investieren“, so Ullwer. Um das Vorhaben finanzieren zu können, werde er andere Häuser aus seinem Besitz verkaufen.

Außerdem hoffe er auf Zuschüsse. 15 000 Euro hat die Denkmalpflege in Aussicht gestellt. Das Geld war bereits vor dem Brand für Sanierungsarbeiten bewilligt worden, könne jetzt aber für den Dachneubau verwendet werden, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn der HNA.

Auch die Gemeinde Helsa habe 1000 Euro zugesagt, sagt Ullwer. Versicherungsleistungen sind nicht in Sicht, das Haus war nicht gegen Brandschäden versichert.

Als Erstes soll nun das Gebäude ein komplett neues Dach erhalten. „Ich hoffe, dass das Ende September fertig ist“, sagt Ullwer. Ein Helsaer Architekt, der seine Hilfe zugesagt hatte, plane bereits die Arbeiten und bereite den Bauantrag vor.

Nach dem Dach soll der Innenausbau folgen. Möglicherweise wird auch ein Fahrstuhl eingebaut. Das hänge von der künftigen Nutzung ab, die noch nicht feststehe, sagt Ullwer. „Vielleicht kommt hier betreutes Wohnen rein, vielleicht Studenten.“ Darüber sei man auch mit der Gemeinde Helsa im Gespräch.

Die halbseitige Sperrung der Berliner Straße ist mittlerweile aufgehoben, die Ampel abgebaut. Dadurch kann der Verkehr auf der B 451 wieder besser durchs Dorf fließen.

Von Holger Schindler

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