Anbau nach fünfeinhalb Monaten fertig: Heilig-Geist-Gemeinde in Vellmar weihte Raum der Hoffnung ein

Ort für Gebete, Gesang und Gespräche

Moderner Anbau: Der neue Andachtsraum der katholischen Kirchengemeinde kostet 370 000 Euro.

Vellmar. Da staunten die Passanten, als am Samstag zahlreiche Menschen mit etwa drei Meter langen Holzstäben durch die Straßen Vellmars bis vors Rathaus zogen. Aus verschiedenen Richtungen kommend, trafen sich die Teilnehmer dieser besonderen Prozession in der Mitte Vellmars und gingen von dort aus gemeinsam zur Heilig-Geist-Kirche an der Brüder-Grimm-Straße. Hier wurden die Stabträger, Mitglieder und Freunde der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde in Vellmar, von Pfarrer Peter Göb und Prof. Dr. Gerhard Stanke, Generalvikar des Bistums Fulda, empfangen.

Gemeinsam weihten die rund 200 Gäste der Eröffnungsfeier jetzt, nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit, den Raum der Hoffnung ein. Feierlich wurden die insgesamt 300 Eichenstäbe, die in ihrer Verschiedenheit als Symbole für Menschen stehen, in den sakralen Anbau an die Kirche gebracht, wo sie an den Wänden befestigt wurden.

Der etwa 50 Quadratmeter große Erweiterungsbau ist seit dem Spatenstich am 18. Mai unter fachkundiger Anleitung von Architekt Jürgen Schuh und Bauleiter René Cavalier entstanden. Der sakrale Raum soll laut Göb zukünftig nicht nur den rund 2750 Mitgliedern der Gemeinde offenstehen, sondern auch allen weiteren daran Interessierten – gleich welcher religiösen Überzeugung.

Und zwar für Gebete, Gesang, Gemeinschaft, Gedanken und zum Beispiel Gespräche. „Der Raum der Hoffnung soll ein Zeichen des Aufbruchs sein, wir öffnen uns. Wir freuen uns, dass dieses Bauprojekt endlich so weit abgeschlossen ist. Es wurde von Anfang an vom Bistum Fulda unterstützt – auch in finanzieller Form“, sagte Göb.

Die Kosten für den fünfeckigen Anbau samt modernster Musik- und Lichttechnik sowie der Gestaltung der Außenanlage, die noch nicht ganz fertig sei, beliefen sich auf 370 000 Euro, so Göb. Das Projekt werde in erster Linie durch Spenden zum Beispiel in Form von Stab-Patenschaften finanziert, der Haushalt der Kirchengemeinde werde damit nicht belastet. „Wir haben die Kosten eingehalten. Dies ist kein Protzbau, sondern ein bescheidener Anbau, der mit einfachen Materialien und Mitteln errichtet wurde“, betonte auch Architekt Schuh.

Davon konnten sich die zahlreichen ersten Besucher jetzt überzeugen: Außen schlicht weiß verputzt, wirkt das Gebäude mit seinen schmalen Fenstern und einer Höhe von fünf Metern bereits auf den ersten Blick sehr modern. Innen sorgen grau lasierter Sichtbeton, Eichenholzelemente und kleine Nischen für Kerzen zwischen den Stäben an den Wänden, die per LED-Lichttechnik in unterschiedliche Farben getaucht werden können, für eine angenehm schlichte Atmosphäre.

Von Sarah Rogge-Richter

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