Zahntechniker Lutz Schlemme

Vellmarer fertigte Gebiss für Grimms Fuchs und Wolf

Gebiss für Fuchs und Wolf: Vellmarer fertigte Beißer für Tier-Darsteller des Grimm-Musicals

Vellmar. So eine ungewöhnliche Aufgabe hatte Lutz Schlemme noch nie zuvor: Statt Brücken, Kronen und Implantate herzustellen, musste der Zahntechnikermeister Wolfs- und Fuchszähne fertigen.

Diesen besonderen Auftrag erhielt der 58-Jährige von Michael Fajgel, Regisseur des Grimm-Musicals „Rotkäppchen und der Wolf“, das noch bis zum 18. August im Botanischen Garten in Kassel aufgeführt wird.

Kontakt über Patientin

„Eine Patientin die Kontakt zum Theater hat, sprach mich während einer Behandlung an, ob ich die Zähne für die Darsteller machen würde“, sagte Schlemme. „Nach einigen Absprachen mit dem Regisseur und den Schauspielern des Stücks war die Sache dann klar.“

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Einen Arbeitstag verbrachre Lutz Schlemme in seinem Labor mit der Fertigung der Zähne aus Kunststoff. Sie mussten geformt, modelliert, geschliffen und poliert werden.

Im Internet nachgesehen

Wie ein Wolfs- oder Fuchsgebiss genau aussieht, hat Schlemme im Internet nachgesehen. Die größte Herausforderung sei aber nicht das genaue Nachmodellieren der Zähne gewesen, sondern dass sich die Darsteller von den großen Beißern nicht gestört fühlen durften.

Kurzclip: Zahntechniker Lutz Schlemme

„Wir hatten mehrere Anprobetermine und dann auch immer wieder korrigiert“, sagte Schlemmer. „Die Zähne durften nicht beim Reden oder Singen stören oder die Aussprache der Darsteller verschlechtern.“ Eine weitere Herausforderung sei gewesen, dass die Beißer nicht zu groß geraten durften, aber auch nicht zu klein werden konnten, weil sie sonst nicht gut zu sehen seien.

„Wir haben uns das Stück von der neunten Reihe aus angeschaut und konnten unsere Zähne deutlich sehen und bewundern“, sagte Petra Schlemme, die im Labor ihres Mannes mitarbeitet.

„Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung“, bilanzierte Lutz Schlemme. „Ich würde mich freuen, wenn sich mal wieder so eine Möglichkeit bieten würde und bin stolz, dass ich etwas zum Grimm-Musical beitragen konnte.“

Von Theresa Ziemann

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