Gefährliche A7-Auffahrt: Beschleunigungs-Streifen fehlt

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Unfälle sind vorhersehbar: Gerade bei schlechter Sicht – wie hier im Graupelschauer – ist die Auffahrt am Kasseler Kreuz auf die A7 in Richtung Norden gefährlich.

Lohfelden/Kassel. Wer am Autobahnkreuz Kassel-Mitte von der A49 auf die A7 in Richtung Norden auffahren möchte, der gerät unvermittelt in eine gefährliche Situation.

Denn wegen der Lärmschutzbaustelle mit drei verengten Fahrspuren wurde der Beschleunigungsstreifen entfernt, die auffahrenden Autofahrer befinden sich sofort auf der rechten Spur der Autobahn. Nach mehreren Unfällen will Hessen Mobil die Situation entschärfen.

Hessen Mobil will eine kurze Beschleunigungsspur errichten. Allerdings werde dies wegen des starken Ferienreiseverkehrs erst nach Ostern möglich sein, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf Anfrage der HNA. Als Sofortmaßnahme habe man an den Vorfahrt-achten-Schildern gelbe Dauerblinklichter und den Hinweis „Kurze Auffahrt“ angebracht.

Zurzeit werde geprüft, wann die Verkehrsbelastung so gering sei, dass die Umgestaltung möglich sei. „Wir arbeiten an der Optimierung, das wird so schnell wie möglich umgesetzt“, sagte Sinemus. Geprüft werde, ob die mobile Gleitschutzwand auf der rechten Seite verschoben werden kann, um Raum für eine - wenn auch kurze - Einfädelungsspur zu schaffen.

Nach Informationen der HNA soll ein Beschleunigungsstreifen von 100 Meter Länge entstehen. Dazu muss über einem Flutgraben und einem Kanal eine Tragdeckschicht aufgebracht werden. Hessen Mobil sei die Gefahrenstelle selbst aufgefallen, sagte Sinemus, es habe aber auch einzelne Anrufe bei der Behörde gegeben. Unfälle seien Hessen Mobil an dieser Stelle aber nicht bekannt, sagte der Sprecher.

Die hat es laut Autobahnpolizei in den vergangenen zwei Wochen jedoch bereits gegeben: Vier bis fünf Unfälle mit Sachschaden seien registriert worden, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch der HNA. Darüberhinaus sei am 19. März ein Motorradfahrer schwer verletzt worden - ein Autofahrer war aufgefahren, nachdem sich ein Rückstau gebildet hatte.

Dass die Auffahrt am Kreuz Kassel-Mitte gefährlich ist, schilderte uns auch HNA-Leser Oliver Moehrke, der täglich die Strecke Kassel - Rosdorf (bei Göttingen) mit dem Auto bewältigt. „Ich fuhr auf die A7 und befand mich - zum Glück war wenig Verkehr und eine breite Lücke - unverhofft auf der zur rechten Spur gemachten Einfädelung.“

Die Situation erinnert an die A7-Auffahrt Kassel-Ost, wo im vergangenen Jahr wegen der Lärmschutzbaustelle auf die Einfädelungsspur verzichtet wurde. Nach 26 Unfällen mit insgesamt acht Verletzten und mehreren Berichten der HNA entschloss sich die Straßenbehörde Hessen Mobil, die Auffahrt Kassel-Ost in Richtung Süden für ein Dreivierteljahr zu schließen. Die Autofahrer mussten einen Umweg über Kassel-Nord in Kauf nehmen.

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