Kasseler Firma ACO sagt: Keine Gefahr von Elektrosmog durch Signal für Breitbandversorgung

Helsa: Gegen Funkmast regt sich Protest

Hier kommt der „Laternenmast“ hin: ACO-Mitarbeiter Dirk Michael Kucklick steht neben der Grube für das Fundament des Funkmastes (Mitte) am alten Friedhof Helsa (rechts). Im Hintergrund sind die Häuser am Ibachweg zu sehen. Fotos: Dilling

Helsa. Auf ihrem Weg zu einer schnellen Richtfunk-Internetverbindung ist die Gemeinde Helsa auf der Zielgeraden: Die dafür nötigen Verteiler zur Einspeisung ins Telekom-Kabelnetz seien in Helsa und Wickenrode schon fertig, in Eschenstruth, Waldhof und Sankt Ottilien werde man in zwei Wochen so weit sein, sagt Klaus Peter von Friedeburg, Geschäftsführer der mit der Breitbandversorgung beauftragten Kasseler Firma ACO.

Der Bauantrag für den Richtfunkmast, der am Helsaer Wasserspeicher errichtet werden muss, läuft. Doch nun regt sich Protest gegen einen zehn Meter hohen und 22 Zentimeter starken Mast, den die Firma ACO am alten Friedhof von Helsa, gut 50 Meter von den nächsten Häusern entfernt, errichten will. Der dient als Sender und Empfänger, um die gefunkten Daten in das Kabelnetz einspeisen zu können. Zwei Anwohner aus der Nachbarschaft des alten Friedhofs hätten sich bei ihm beschwert, berichtet Bürgermeister Tilo Küthe. Sie befürchteten gesundheitsschädlichen Elektrosmog und eine Beeinträchtigung des Landschaftsbilds.

Der Verwaltungschef kann die Proteste nicht nachvollziehen. Viele Helsaer Bürger lebten schon seit Jahren mit Funkantennen direkt an ihren Häusern, um überhaupt ins Internet gelangen zu können. „Da hat sich niemand aufgeregt“, sagt Küthe.

ACO-Chef von Friedeburg, der die Funkstation selbst als „Laternenmast“ beschreibt, hält die Ängste vor Elektrosmog für völlig unbegründet. Denn die Anlage arbeite mit 120 Milliwatt Leistung. „Die Leute werfen das häufig in einen Topf mit dem Mobilfunk“, sagt er. Deren Stationen hätten eine viel höhere Leistung, nämlich 8000 Milliwatt. Selbst Handys strahlten viel stärker ab als der „Laternenmast“, mit einer Leistung von 2000 Milliwatt.

Allerdings gebe es wegen der Masten häufiger Diskussionen mit besorgten Anwohnern, berichtet der ACO-Chef. „Wir wollen damit transparent umgehen“, ergänzt er. Aus technischen Gründen könne man den Mast leider nicht noch weiter entfernt von den Häusern errichten.

Das Angebot eines Informationsgesprächs vor Ort hätten die Anwohner leider abgelehnt, sagt Küthe. Diese wollten auch nicht an die Öffentlichkeit treten. Wer sich an dem Mast störe, sagt von Friedeburg, der könne ihn auch gern anstreichen.

Helsa ist nicht der einzige Ort, wo die Bürger mit den Sende- und Empfangsmasten leben müssen. Auch Eschenstruth erhält einen „Laternenmast“. Dort soll er neben der Feuerwehr aufgestellt werden. Außerdem muss laut von Friedeburg in Eschenstruth am Europlatz ein 25 Meter hoher Betonmast mit Sende- und Emfangsanlage errichtet werden. Ein Betonmast sei auch in Wickenrode nötig.

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