Geplanter Windpark: Anwohner äußern Bedenken gegen Rotoren auf dem Buchberg

Gegner machen mobil

Wolfgang

Helsa. Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Bürger, um gegen die geplanten Windkraftanlagen auf dem Buchberg nahe Wickenrode vorzugehen? Diese Frage sollte eigentlich im Mittelpunkt des Infoabends mit etwa 80 Besuchern im Helsaer Rathaus stehen. Doch die Gegner dieses Projekts der Städtischen Werke Kassel nutzten die Veranstaltung, um Flagge zu zeigen: Die Gemeinde Helsa solle alles tun, um die vier Windräder zu verhindern, lautete der Tenor.

Zuvor hatte Wolfgang Kaivers, Leiter der Regionalplanung beim Regierungspräsidium, die Hoffnungen der Gegner gedämpft, sie könnten auf dem Rechtsweg den Regionalplan, der die Gebiete für Windkraft enthalten wird, stoppen. „Rechtliche Möglichkeiten sind da. Aber diese sind nicht wirklich groß“, sagte er. Beispielsweise sei eine Störung des Landschaftsbilds für die Gerichte kein Argument gegen die Anlagen, wenn der Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung eingehalten werde. Nicht einmal ein Votum der Gemeinde könne die Planung stoppen. Kaivers warb vergeblich um Verständnis dafür, dass die Planer wegen der Belange des Naturschutzes nicht einfach in menschenleere Gebiete ausweichen könnten. „Da hockt der Schwarzstorch, der Uhu oder der Rotmilan“, erklärte der Planer.

Gerade den Rotmilan sieht Gabriela Michler als Verbündeten im Kampf gegen die Windräder. Der fliege zwischen Hirschberg und Buchberg hin und her. Die Planer hätten wegen der Vogelwelt schon das Windkraftprojekt am Hirschberg aufgegeben. Gleiches gelte auch für den Buchberg, meinte sie.

Hermann Leimerod warnte vor Lichtblitzen in der Nacht durch rotierende Windräder – was Kaivers zurückwies – und forderte unter dem Beifall vieler Besucher Bürgermeister Tilo Küthe auf, alles daran zu setzen, die Pläne zu Fall zu bringen.

Eine Verschattung des Ortes, eine Beeinträchtigung des Landschaftsbilds und Lärm von den Windrotoren waren weitere Argumente, die die Windkraftgegner vorbrachten. Lars Rotzsche von den Städtischen Werken empfahl ihnen, sich eine fertiggestellte Anlage in der Gemeinde Gleichen anzusehen. „Machen Sie einen Sonntagsausflug in den Ortsteil Bischhausen“, empfahl er. Die Anlage sei vergleichbar mit dem Buchberg-Projekt. Die Werke würden alle Grenzwerte einhalten, versicherte Rotzsche. (pdi) Fotos: Dilling

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