Kabarettistin Tina Teubner gastierte im Stadtteilzentrum Baunsberg mit Ben Süverkrüp

Das geheime Tagebuch

Vergnügliches und Nachdenkliches: Tina Teubner philosophierte über das Zusammenleben mit ihrem Mann. Fotos: Wienecke

Baunatal. „Aus dem Tagebuch meines Mannes“ heißt das Programm, mit dem Tina Teubner auf Einladung des Frauenbüros Baunatal zum internationalen Frauentag auftrat. Unterstützt wurde die kesse Kabarettistin, Sängerin und Musikerin im ausverkauften Stadtteilzentrum Baunsberg in Altenbauna von dem Pianisten und Komponisten Ben Süverkrüp.

„Ich freue mich, dass ich hier sein muss“, scherzte Tina Teubner gleich zu Beginn und fragte die Besucherin, die vor ihr in der ersten Reihe saß, nach ihrem Herkunftsort und Gewicht. Ihrem Mann würde sie die Wahrheit nicht mehr um die Ohren hauen, sondern nur noch seine guten Eigenschaften loben, verriet sie. Sie könne ihn eh nicht verändern.

Sein Tagebuch habe sie zwar an sich genommen, aber noch nicht hineingeschaut. Dessen Studium wäre ein Akt der Nächstenliebe, um die Kommunikation wieder anzuschieben, meint sie. „Mein Mann ist nicht konfliktfähig. Die Probleme, die ich anspreche, hat er zuvor nicht gehabt“, verteidigt sie sich. Ein synchron gesprochenes, nicht enden wollendes Streitgespräch zelebrieren Tina Teubner und Ben Süverkrüp zur Erläuterung.

Text auf hessisch

Um ihren Mann zu ärgern, spricht die gebürtige Witzenhäuserin hessisch und bereitet ihm Tiersalat (Wurstsalat), obwohl er Vegetarier ist. Als Steigerung verfällt die Trägerin des Deutschen Kabarettpreises und des Kleinkunstpreises in den Tonfall der Bundeskanzlerin. „Komische Vokale verlassen dann meinen Mund, aber keine Inhalte“, gesteht sie.

Vom Dauerlächeln von Ursula von der Leyen geht es zu Fremdsprachen, die der Nachwuchs am besten bereits im Kreißsaal zu erlernen beginnt. Zwischendurch schlägt die Buchautorin, die früher laut eigener Aussage unter einer Harmonie-Allergie litt, auch nachdenkliche Töne an: „Ich will Träume nicht mehr träumen, ich will sie wach erleben.“ Und: „In Deutschland darf es einem in der Liebe nie richtig gut gehen“.

Ben Süverkrüp zeigte sein Können bei der Begleitung der Chansons und bei seinen pfiffigen „Haar-Variationen“ rund um Johann Sebastian Bach. Mit dem Wiegenlied „Guten Abend, gut’ Nacht“, das Tina Teubner auf einer Singenden Säge spielte, klang der wunderbare Abend dann aus.

Von Bettina Wienecke

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