Machbarkeitsstudie zu Erweiterung

Sandershäuser Berg: SMA legt Baupläne auf Eis

Niestetal. Auf der großen Baustellentafel an dem neuen Kreisel ist das 25 Hektar große Gewerbegebiet Sandershäuser Berg längst ausgeschöpft. SMA legt nun die Baupläne auf Eis.

Direkt an der Autobahn 7 steht das Servicezentrum von SMA, daneben sind ein Bürogebäude und das gigantische Solarwerk 5 des Niestetaler Unternehmens zu sehen. Tatsächlich steht auf dem Sandershäuser Berg bislang lediglich das Servicezentrum des Niestetaler Solartechnikherstellers. In dem futuristisch anmutenden Gebäude werden Wechselrichter - sie wandeln Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom um - gewartet und repariert. Die weiteren Bauwerke auf der Tafel bleiben erst mal Zukunftsmusik.

Als sich im Herbst abzeichnete, dass SMA 2013 bestenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen wird, legte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon die Bauprojekte auf dem Sandershäuser Berg auf Eis. Optimisten glauben, dass die Projekte nur aufgeschoben sind, Pessimisten dagegen sind davon überzeugt, dass die Pläne für das Bürogebäude und die zusätzliche SMA-Fabrik nicht mehr verwirklicht werden.

Archiv-Video vom Sandershäuser Berg

Gebaut werden könnte auf der 13 Hektar, also rund 17 Fußballplätze großen und voll erschlossenen SMA-Fläche sofort. Doch eine alternative Nutzung wird es wohl nicht geben. Das Unternehmen plane nicht, Grundstücksteile am Sandershäuser Berg zu verkaufen, sagte SMA-Sprecherin Susanne Henkel auf HNA-Anfrage. Darauf, dem Unternehmen für den Baubeginn eine Frist zu setzen, wie es beispielsweise im Gewerbegebiet Lohfeldener Rüssel der Fall ist, hatte die Gemeinde verzichtet.

Während Teile des ersten Abschnitts brachliegen, beschäftigt man sich im Rathaus mit einer möglichen Erweiterung des Gewerbegebiets. Dazu hat die Gemeinde bei dem Frankfurter Planungsbüro Albert Speer und Partner eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Von der 13.000 Euro teuren Expertise erhofft man sich laut Verwaltungssprecher Dennis Bachmann Erkenntnisse über Erschließungskosten, die mögliche Anordnung von Gewerbebauten sowie die Auswirkungen eines größeren Gewerbegebiets auf die Gemeinde. Die Erschließung des ersten Teils hatte rund 13 Millionen Euro gekostet. Die Gesamtkosten für die große Lösung hatte der Zweckverband Raum Kassel 2008 mit 65 Millionen Euro beziffert. Thema ist auch der Bau einer neuen Autobahn-Anschlussstelle. Diese ist Voraussetzung für eine Erweiterung um rund 50 Hektar.

Fotos aus dem Archiv vom Servicecentrum

SMA-Servicezentrum auf dem Sandershäuser Berg

Wie berichtet, hat das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für den Bau gegeben. Wer die Anschlussstelle bezahlt, ist weiterhin ungeklärt. Dies gilt auch für die Frage, ob es Unternehmen gibt, die sich für den Standort interessieren. Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Am 29. November wird das Planungsbüro den Mitgliedern der im Parlament vertretenen Parteien SPD, CDU und Grüne die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorstellen - und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Von Peter Ketteritzsch

Rubriklistenbild: © Archivfoto: nh/Bearbeitung : HNA

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