Auto blockiert im Fall der Fälle

Wie ein Espenauer Fahrlehrer Geisterfahrer ausbremsen will

Auch ein System gegen Falschfahrer: Doch der Espenauer Michael Mikusch glaubt, ein besseres Konzept zu haben.

Espenau. Sie verirren sich im Schilderwald an Baustellen, fahren in falscher Richtung auf die Autobahn, verpassen die Abfahrt und riskieren folgenschwere Wendemanöver: Geisterfahrer. Der Fahrlehrer Michael Mikusch aus Espenau hat eine Möglichkeit entwickelt, Falschfahrer auszubremsen.

Aus seiner zehnjährigen Tätigkeit als Fahrlehrer weiß Mikusch, wovon er spricht. „Es ist schon abenteuerlich, wie es teilweise im Straßenverkehr zugeht. Ich habe selbst einige brenzlige Situationen erlebt, die ich nur aufgrund meiner Routine meistern konnte“, sagt der Inhaber von Michas Fahrschule. So sei ihm jüngst ein Autofahrer rückwärts aus einer Autobahn-Auffahrt entgegengekommen. Dieses Schlüsselerlebnis war für den 40-jährigen Mikusch Anlass, sich Gedanken zur Vermeidung von Geisterfahrern zu machen.

Einfacher Einbau: Michael Mikusch zeigt die Stelle, wo im Auto der Empfänger eingebaut werden könnte. Foto: Sommerlade

Sein Vorschlag klingt so einfach wie genial. „Man könnte im Auto einen Code-Empfänger einbauen und an den Autobahn-Auffahrten zwei Sender in etwa 20 Meter Abstand installieren, die einen Code senden“, erläutert er sein Sender-Empfänger-Prinzip, das vergleichbar mit dem System zum Öffnen und Schließen der Schranken im Parkhaus ist.

„Kommen Code eins und Code zwei richtig hintereinander, bedeutet das freie Zufahrt auf die Autobahn. Kommt erst Code zwei und dann Code eins, bedeutet das Fahrt in die falsche Richtung. Die Elektronik des Wagens wird automatisch gesperrt, das Auto bleibt stehen“, erklärt Mikusch.

Sein System sei kostengünstig umsetzbar und für Fahrzeuge aller Altersklassen geeignet: Bei älteren Modellen lässt sich der Empfänger an die Batteriestromversorgung anschließen, bei jüngeren Fahrzeugen an die Wegfahrsperre.

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hält von seiner Idee aber offensichtlich nichts. Das entnahm Mikusch einem Antwortschreiben des Ministeriums, das er auf seinen schriftlich eingereichten Vorschlag erhalten hat.

„Aufgrund der zahlreich eingegangenen Schreiben ist es nicht möglich, einzelne Vorschläge zu bewerten“, heißt es darin.

Und weiter: „Für Ihr Engagement für mehr Verkehrssicherheit auf unseren Autobahnen danken wir sehr.“ Inhaltlich habe man seine Idee nicht bewertet, sagt Mikusch enttäuscht. Von den großen, neongelben Warntafeln, die laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) demnächst den bundesdeutschen Schilderwald zur Vermeidung von Falschfahrern bereichern sollen, hält der Fahrlehrer indes nicht viel: „Diese Schilder können durch Schmutz, widrige Wetterverhältnisse oder große Fahrzeuge übersehen werden. Ich finde mein Prinzip effektiver.“

Von Martina Sommerlade

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.