Gemeinde kaufte für zwei Kreisel Nadelgewächse von geringer Höhe – Mancher Bürger nennt sie mickrig

Es gab nur Geld für kleine Bäume

Fällt kaum auf: Der Weihnachtsbaum am Kreisel Ortseingang Weimar.

Ahnatal. „O Tannenbaum, o Tannenbaum ...“ Das Nadelgewächs hat Konjunktur in der Weihnachtszeit. Es schmückt zum Fest die Wohnzimmer vieler Familien und stimmt die Menschen in der Adventszeit an exponierten öffentlichen Plätzen auf die Feiertage ein.

Wenn der Tannenbaum – oft eine Fichte – denn eine entsprechende Größe hat, damit er auch ins Auge fällt. Wie zum Beispiel auf dem kleinen Kreisel in Vellmar auf dem Osterberg. In Ahnatal aber kann davon keine Rede sein, jedenfalls nicht bei den beiden Kreiseln, über die die Kommune verfügt. In deren Mitte stehen jeweils eher kleinere Exemplare, die kaum auffallen - wie am Ortseingang von Weimar, wo der Baum immerhin Büschel von Gräsern überragt. Oder aber auf freier Fläche an der Rasenallee auf derart verlorenem Posten steht, dass man Mitleid bekommt.

So geht es manchem Ahnataler, der die Kreisel im Auto passiert. Anderen erscheinen die Bäume schlicht und ergreifend „zu mickrig“. Sie fragen: „Kann sich die Gemeinde keine größeren Bäume leisten?“

Ja, die Ausmaße der Bäume haben durchaus mit der finanziellen Situation Ahnatals zu tun, räumt Bürgermeister Michael Aufenanger ein. Das sei übrigens auch im vergangenen Jahr schon am Kreisel Weimar so gewesen. In diesem Jahr mit dem neuen, zweiten Kreisel, der ja genau genommen dem Land oder dem Landkreis gehört, entschloss man sich im Rathaus, „auch dort kommt einer hin, aber in Light-Version“, sagt der Bürgermeister.

„Die Bäume machen tagsüber nicht wirklich einen voluminösen Eindruck. Aber im Dunkeln, wenn die Lichter angeschaltet sind, sehen sie gut aus.“

Michael Aufenanger Bürgermeister

So bescheiden war man in Ahnatal nicht immer. 2007 zum Beispiel stand am Ortseingang Weimar ein stattliches Exemplar, das der Bauhof von einem Privatgrundstück geholt hatte, wo sein Besitzer den Baum nicht länger haben wollte. Damals hätten einige Ahnataler kritisiert, dass der Baum in der Spitze keine Beleuchtung hatte, „weil wir nicht drangekommen sind“, sagt Aufenanger. Ein Jahr später, 2008, hatte man erneut ein großes Nadelgehölz beschafft. Auch dies kam von einer Privatperson als Geschenk, war aber dennoch sehr teuer, sagt der Bürgermeister. Um den Baum aufstellen zu können, musste ein Hubsteiger gemietet werden. Einschließlich Personalkosten und Transport habe das 4000 Euro gekostet.

Dies könne sich die Gemeinde aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht mehr leisten, meint der Bürgermeister.

So wurden in diesem Jahr Weihnachtsbäume kleineren Ausmaßes beim Händler gekauft. Zehn Stück insgesamt, die zum Beispiel auch am Rathaus in Weimar oder am Gemeindezentrum Heckershausen stehen. In der Summe wurden lediglich 1000 Euro für den festlichen Schmuck ausgegeben.

Gut, inmitten der Kreisel machten „die Bäume tagsüber nicht wirklich einen voluminösen Eindruck. Aber im Dunkeln, wenn die Lichter angeschaltet sind, sehen sie gut aus“, meint der Bürgermeister.

Von Michael Schräer

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