Bund will durch Einmalzahlung Akzeptanz erhöhen – 40 000 Euro pro Kilometer 380-kV-Trasse

Geld für Stromleitung winkt

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Neue Überlandleitungen: Die geplante Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar wird vermutlich durch den östlichen Landkreis Kassel führen. Die betroffenen Gemeinden wollen die 60 Meter hohen Masten nicht haben und fordern eine Erdverkabelung.

Kreis Kassel / Berlin. Der Bau der Höchstspannungsleitung von Wahle (Landkreis Peine) nach Mecklar (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) könnte für die betroffenen Städte und Gemeinden einen kleinen Geldsegen bringen.

Die Bundesregierung plant, den Kommunen, deren Gebiet von der Trasse berührt wird, einen finanziellen Ausgleich zu zahlen. Davon erhofft sich das Bundesumweltministerium mehr Akzeptanz für das umstrittene Projekt. Es geht voraussichtlich um einmalig bis zu 40 000 Euro pro Kilometer der 380-kV-Leitung.

Bisher bekommen Kommunen zwar jährliche Konzessionsabgaben von den Betreibern der Ortsnetze. Für die Überlandleitungen gibt es aber kein Geld. „Das war im Energiewirtschaftsgesetz bisher nicht vorgesehen“, sagt Elke Mayer, Sprecherin des Umweltministeriums in Berlin.

Doch nun habe es einen Sinneswandel gegeben: „Kommunen, über deren Gebiet eine Freileitung führt, und ihre Bürger haben bisher keine Nutzen aus dem Projekt“, sagt Mayer. Sie seien aber durch die Leitung beeinträchtigt. Deshalb der Gesetzesvorschlag: „Die Zahlung der Netzbetreiber kommt den Bürgern der jeweiligen Kommune zugute.“ Über die Verwendung entscheide der Stadt- oder Gemeinderat, da gebe es keine Vorgaben.

Der Netzbetreiber Tennet soll das Geld bezahlen. Allerdings letztlich nicht aus eigener Tasche. Vielmehr darf er dem Entwurf nach bis zu 40 000 Euro pro Kilometer an die Stromkonzerne weitergeben, die die Leitung nutzen. Weil die ihre Netznutzungsentgelte in den Strompreis einrechnen, bezahlen letztlich alle Stromkunden.

Allerdings ist der Anteil der Entschädigung an den Gesamtkosten überschaubar. 293 Millionen Euro an Kosten kalkuliert Tennet für die 190 Kilometer lange Trasse von Wahle nach Mecklar. 40 000 Euro zusätzlich pro Kilometer würden ein Plus von 7,6 Millionen Euro bedeuten. Auch die Auswirkungen auf den Strompreis dürften deshalb gering sein.

Für die Höchstspannungsleitung läuft derzeit das Raumordnungsverfahren. Bis August soll die Entscheidung über die Trasse – die (wahrscheinlichere) Westvariante führt durch den Landkreis Kassel, die Osttrasse durch den Werra-Meißner-Kreis – fallen. Die eigentliche Planung schließt sich an. (ows/hog)

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